Die Weihnachtseinkäufe in MV werden ohne Streiks im Einzelhandel ablaufen. (Symbolbild)
Die Weihnachtseinkäufe in MV werden ohne Streiks im Einzelhandel ablaufen. (Symbolbild) Sebastian Kahnert
Einzelhandel

Streik im MV-Weihnachtsgeschäft abgewendet

Neuer Tarifvertrag: Gewerkschaft und Arbeitgeber haben bei einer der bisher längsten Tarifrunden im Einzelhandel von MV ordentlich Federn gelassen. Was bedeutet das für Angestellte und Konsumenten?
Neubrandenburg

Bei den Tarifgesprächen für die rund 60.000 Beschäftigten im Einzelhandel in Mecklenburg-Vorpommern ist ein Durchbruch erzielt worden. In Spornitz bei Parchim haben sich am Mittwoch die Unterhändler von Verdi und des Handelsverbandes Nord auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt.

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Damit sind die von Verdi angedrohten Streiks im Weihnachtsgeschäft vom Tisch. Die diesjährige Tarifrunde hatte sich als besonders kompliziert erwiesen, weil die Unterschiede zwischen dem Angebot der Arbeitgeber und den Forderungen der Gewerkschaften bisher unüberbrückbar waren.

Löhne und Gehälter steigen – aber nicht für alle

Nach Angaben vor Verdi steigen die Löhne und Gehälter für die Beschäftigten, die bis zur Gehaltsgruppe Verkäufer/Verkäuferin im letzten Berufsjahr eingruppiert sind, zum 1. November 2021 um 3 Prozent. Alle Beschäftigten in höheren Entgeltgruppen sollen einen Festbetrag in Höhe von 78,68 Euro erhalten. Ab dem 1. Juli 2022 erhalten demnach alle Beschäftigten des Einzelhandels weitere 1,7 Prozent zusätzlich. Die Azubilöhne steigen laut Mitteilung jeweils zum 1. September in diesem und im darauffolgenden Jahr um 30 Euro.

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Verdi hatte einen Anstieg der Löhne und Gehälter um 4,5 Prozent plus 45 Euro, die Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 70 Euro sowie einen Mindestlohnvon 12,50 Euro pro Stunde gefordert.

Die Arbeitgeber boten ihrerseits zwei Prozent mehr an. Der Handelsverband Nord hat in dieser Verhandlungsrunde den Weg für den Abschluss freigemacht, nachdem er auf eine Sonderreglung für die von Corona besonders gebeutelten Händler verzichtet hat. Demnach sollten die betroffenen Unternehmen ursprünglich die Möglichkeit erhalten, einen Lohnanstieg erst in zehn Monaten zahlen zu müssen.

Verdi drohte mit Streiks

Im Gegenzug hat sich Verdi auf eine Verdoppelung der Laufzeit auf 24 Monate eingelassen. Nicht durchsetzen konnte sich Verdi mit der Forderung, den neuen Tarifvertrag für allgemeinverbindlich erklären zu lassen. Damit hätten die Lohnerhöhungen für alle Beschäftigten gegolten.

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Verdi hatte angedroht, im Falle einer ausbleibenden Einigung die eigenen Forderungen mit Streikaktionen durchsetzen zu wollen. In den vergangenen Wochen war es zu einzelnen Warnstreiks gekommen, darunter in Neustrelitz. In Berlin und Brandenburg hatten sich die Tarifparteien schon vor wenigen Tagen auf einen neuen Tarifvertrag verständigt, dessen Regelungen dem jetzt erzielten Kompromiss für MV weitgehend entsprechen.

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