EUROFIGHTER-UNGLÜCK

Absturz-Ursache unklar, aber sie starten wieder

Aus der Bundeswehr gibt es unterschiedliche Aussagen zur Ursache des Eurofighter-Absturzes. Dennoch gingen die Flugzeuge am Montag wieder in die Luft.
Andreas Becker Andreas Becker
Warum stürzten die Eurofighter am Fleesensee ab.
Warum stürzten die Eurofighter am Fleesensee ab. ZVG
Laage.

Die Luftwaffe hat gegenüber dem Nordkurier zu Wochenbeginn entschieden dementiert, dass ein Pilotenfehler zum verheerenden Flugzeugunglück am Montag vergangener Woche über der nördlichen Müritzregion geführt habe. Überregionale Medien hatten am Wochenende berichtet, dass ein solcher als „wahrscheinliche Ursache“ gelte.

„Um es ganz klar zu sagen: Die Ermittlungen laufen noch auf Hochtouren. Es gibt noch keine Erkenntnisse hinsichtlich der Absturzursache. Wir können noch überhaupt keine Schlüsse ziehen“, machte ein Sprecher der Luftwaffe aus Berlin im Gespräch mit dem Nordkurier deutlich – und widersprach damit Aussagen von Gero von Fritschen, Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 in Rostock-Laage. Der hatte am Montagmorgen der dpa gesagt, dass er keine Hinweise auf einen Fehler an den Kampfflugzeugen habe.

„Bedingt dadurch, dass wir den Flugbetrieb heute wieder aufnehmen und auch die Eurofighter-Flotte insgesamt nicht den Flugbetrieb eingestellt hat, ist ersichtlich, dass wir nicht von einem technischen Defekt an einer der Maschinen ausgehen“, begründete von Fritschen seine Einschätzung. Es habe eigene Analysen und ein Treffen im Kreis der fliegenden Besatzung gegeben, bei dem auch der überlebende abgestürzte Pilot und der Pilot der dritten Maschine intern berichtet hätten, sagte der Soldat aus Rostock-Laage, von wo die Eurofighter vor acht Tagen zu ihrem Todesflug gestartet waren.

Nächster tödlicher Unfall

„Wir haben anhand der Erinnerung, der Gedächtnisprotokolle versucht nachzuvollziehen, was da draußen passiert ist“, sagte der Kommodore. Der Unfall dürfe nicht zwischen den Besatzungen und der Wiederaufnahme des Flugbetriebs stehen.

Bei der Luftkampfübung am 24. Juni waren zwei der insgesamt drei beteiligten Jets in größerer Höhe kollidiert und in der Nähe der kleinen Ortschaften Nossentiner Hütte und Nossentin (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) abgestürzt. Ein Ausbilder-Pilot hatte sich mit dem Schleudersitz gerettet und den Unfall verletzt überlebt. Der 27 Jahre alte Pilot der zweiten Unglücksmaschine starb. Die dritte Maschine blieb unversehrt und kehrte nach Laage zurück. Am Boden wurde durch die abstürzenden Maschinen niemand verletzt, obwohl in dem ansonsten eher dünn besiedelten Gebiet aktuell viele Urlauber unterwegs sind. Unmittelbar nach dem Absturz hatte das Geschwader in Rostock-Laage die Flüge ausgesetzt.

Während der Eurofighter-Absturz noch nicht aufgeklärt ist, ereignete sich am Montag der nächste tödliche Unfall. Beim Absturz eines Bundeswehr-Hubschraubers in Südniedersachsen starb ein Besatzungsmitglied. Zur Ursache des Unglücks gab es am Abend noch keine Angaben.

Alle Nordkurier-Artikel zu der Eurofighter-Tragödie finden Sie hier.

 

 

 

 

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