KRITIK AN TIERSCHüTZERN

Streit um große Drückjagd

Eine Anzeige der Tierschutzorganisation Peta sorgt für viel Wirbel. Jetzt gibt es Forderungen, ihr den Status der Gemeinnützigkeit abzuerkennen. Was halten Sie von der Arbeit der Tierschützer? Hier geht's zur Umfrage.
Uwe Reißenweber Uwe Reißenweber
Streitfall Wild: Die große Strecke bei der Drückjagd nahe Bentzin vor gut einer Woche hat bei den Waidmännern für Überraschung und Zufriedenheit gesorgt, bei Kritikern hingegen zu heftigen Protesten geführt.
Streitfall Wild: Die große Strecke bei der Drückjagd nahe Bentzin vor gut einer Woche hat bei den Waidmännern für Überraschung und Zufriedenheit gesorgt, bei Kritikern hingegen zu heftigen Protesten geführt. Stefan Hoeft
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Schwerin.

Im Streit um die große Drückjagd bei Bentzin im Peenetal wird jetzt richtig scharf geschossen: Der Bauernverband MV fordert die Aberkennung der Gemeinnützigkeit der Tierschutzorganisation Peta. „Mit ihrer haltlosen und pauschalen Kriminalisierung von Landwirten, Anglern und nun aktuell von Jägern zeigt Peta wiederholt, für welche Werte sie wahrhaftig steht. Es hat derzeit System, Jäger öffentlich anzuprangern“, sagte Verbandssprecherin Claudia Kerber.

Die konkreten Umstände der jeweiligen Jagd würden für die Organisation keine Rolle spielen. Stattdessen missbrauche Peta den Gemeinnützigkeitsstatus, beschäftige mittlerweile in guter Regelmäßigkeit die Strafverfolgungsbehörden auf Kosten des Steuerzahlers und vergesse dabei nicht, kräftig für Spendengelder zu werben. Der Bauernverband verweist auch auf die vielen Wildunfälle in der Region.

Mit dem Status der Gemeinnützigkeit sind steuerliche Vorteile verbunden. Zuvor hatte Peta Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gestellt. Bei der Jagd waren am 12. November in drei Revieren in und um Bentzin herum 67 Stück Schwarzwild, drei Rehe, ein Damwild, sechs Füchse sowie jeweils ein Marderhund und ein Waschbär erlegt worden, zudem gab es einige Nachsuchen. An der Jagd waren insgesamt 90 Schützen sowie 30 Treiber mit Hunden beteiligt. Nach einem Bericht des Nordkurier setzte eine heftige Debatte über Sinn oder Unsinn von Drückjagden ein.

 
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Kommentare (8)

gehen Jäger zu weit?
Da kann man nur eindeutig mit Ja antworten. Füchse zu erschießen ist ein klarer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz weil es keinen einzigen vernünftigen Grund im Sinne des Tierschutzgesetzes gibt. Der einzigst vernünftige Grund wäre wenn sie als Nahrung verwertet würden. Als hundeartige darf man das nicht. Pelz ist kein vernünftiger Grund da es genug Alternativen gibt und Pelz reiner Luxus ist. Seuchen verbreiten sie keine, sie schützen eher davon und auch die Begründung andere Tiere schützen zu wollen ist nicht Aufgabe der Jäger geschweige denn ist es beweisen das Füchse andere Arten gefährden würden.
Es wird Zeit das die Staatsanwaltschaften ihren korrupten Talar ablegen und Anzeigen vor Gericht bringen. Denn es ihnen nicht erlaubt Verfahren vorher einzustellen.
Der Grundsatz „In dubio pro duriore“ (lateinisch für: „Im Zweifel für das Härtere“) ist ein schlagwortartiger Ausdruck für einen Teilaspekt des Legalitätsprinzips. Die Staatsanwaltschaft (oder eine andere untersuchende Stelle) ist danach im Strafprozess verpflichtet, auch dann Anklage zu erheben, wenn bei Abschluss der Ermittlungen sowohl gewichtige Umstände vorliegen, die für eine Täterschaft der beschuldigten Person sprechen, als auch gewichtige Umstände dagegen. Damit gilt für die Anklageerhebung ein anderer Maßstab als für das spätere Verfahren, in dem sich Zweifel zu Gunsten des Angeklagten auswirken (In dubio pro reo). Der Grundsatz In dubio pro duriore soll sicherstellen, dass die Rechtsprechung den Gerichten in den dafür vorgesehenen Verfahren vorbehalten bleibt.

... Fuchsjagd. Den Staatsanwälten Korruption vorzuwerfen ist unqualifizierte Kritik. Es wäre interessant zu erfahren, wo im Tierschutzgesetz die Fuchsjagd bzw. Fuchstötung untersagt sei.

Dass sich neben der überwiegenden Mehrheit unserer Landbevölkerung auch die regional organisierten Tierschützer von dem Treiben der „PETA Industries“ distanzieren, hab ich am Samstag auf dem Treptower Weihnachtsmarkt feststellen dürfen. Und das find ich richtig gut, denn eines sollte keinesfalls geschehen: Dass sich die hiesige Jägerschaft der gezielten medienwirksamen Desinformation und den kriminellen Absichtserklärungen der Anhängerschaft einer ausschließlich auf monetären Profit zielenden Organisation unterwirft. Hierfür gab und gibt es keinen Grund. Und auch diesen jüngsten, auf Krawall und die mediale Selbstdarstellung der PETA zielenden Aktionismus einer Handvoll verblendeter Agitatoren sollten wir schlichtweg in’s Leere laufen lassen. Ich jedenfalls werde mich unverzagt dafür einsetzen, dass unsere Jägerschaft den ihr gesetzlich übertragenen Auftrag zur Regulierung der Wildbestände weiterhin ausführen kann. Und zwar offen, selbstbewusst und mit der ihr hierfür gebührenden Anerkennung .
Hans Schommer
Bürgermeister der Gemeinde Hohenbollentin

Sehr geehrter Herr Schommer,

offensichtlich sind Sie in Ihrer Gemeinde schon im Wahlkampfmodus für die Bundestagswahl. Zur Erinnerung: wir leben im 21. jahrhundert und vermutlich halten Sie sich für zivilisiert. Ihre 121 Einwohner fallen zum Glück dabei nicht weiter ins Gewicht.
Ich sehe in beiden Artikeln des Nordkurier nur Krawall der Jägerschaft, die hier eindeutig nicht fachmännisch vorgegangen ist, sondern das Sozialgefüge des Bestandes einfach aus Schießwut & Fleischeslust durcheinandergebracht hat.

Mit freundlichen Grüßen,

Michael Kneifel
Stellv. Bundesvorsitzender der V-Partei³

Eine Partei die mit Animal-Peace gemeinsame Sache macht, erdreistet sich das Wort fachmännisch in den Mund zu nehmen? Animal-Peace, in Person von Silke Ruthenberg, ist so ziemlich das Menschenverachtendste was die Tierrechtsszene zu bieten hat. Holocaustverharmlosung, Diffamierung, Verhöhnung von Opfern, durch die Bank widerliche, hasserfüllte Posts. Dafür steht die V-Partei.
Wir leben in einem demokratischen Staat, da dürfen Sie sagen was Sie wollen, solange Sie nicht in dasselbe Horn wie Animal-Piss und Konsorten stoßen.

Vielleicht fallen 121 Einwohner nicht ins Gewicht, diese Bemerkung zeigt aber schon Ihr Verständnis von Demokratie. Aber Ihre paar Hansels in dieser antidemokratischen Truppe interssieren Gott sei Dank auch niemanden.

Aber schön, dass Sie auch noch Ihr semantisches Verständnis unter Beweis stellen und von Fleischeslust sprechen, wenn Sie Lust auf Fleisch meinen.

Weiter so, je mehr Sie sich blamieren, desto unbedeutender werden Sie.

Liebe Redaktion des Nordkuriers,

offensichtlich haben Sie aus der Kritik zu Ihrem Artikel bezüglich des Drückjagd rein gar nichts verstanden! Erneut zitieren Sie die Jäger und geben diesen eine Plattform, während Sie Kritiker nicht zu Wort kommen lassen. Haben Ihre Redakteure gratis Wildschwein bekommen oder sind Ihre Leser alle Jäger? Es wurden hier Tiere getötet und dieses teilweise nicht fachmännisch. Daher ist eine Anzeige gar nicht so abwegig.

Auch sehe ich kein Foto, auf dem die Jagd ausserhalb des Waldes auf den Äckern der Bauern stattfand. Ich hatte schon Ihren Original-Artikel kommentiert und Ihnen aufgezeigt, dass Sie hier sehr einseitig pro Jagd berichtet haben. Dieses machen Sie nun erneut - ohne Reflexion wird die Meinung der Jäger wiedergegeben und platt und mit oberflächlichen Scheinargumenten PETA angegriffen. Sie sind erneut das Sprachrohr der Täter. Ein objektiverer und kritscherer Umgang mit diesem Thema wäre wohl für eine Zeitung angebracht.

Zum zweiten Mal leider null Punkte für Ihre eindeutig nicht neutrale Berichterstattung!

Mit freundlichen Grüßen,
Michael Kneifel
Stellv. Vorsitzender der V-Partei³

Die Berichterstattung durch den Nordkurier ist meiner Meinung nach leider nicht objektiv bzw. zu weit weg von den Fakten. Denn Füchse stellen nun mal keine Bedrohung im Gefüge der Natur da. Die Mythen der selbsternannten Beschützer der Flora und Fauna bewirken genau das Gegenteil. In den Fällen in denen Tierschützer nun doch den Daumen in die Wunde legen, schreien die Jäger besonders laut. Natürlich nicht zum Start eines Dialoges. Nein, es muss natürlich der Gegenüber, in diesem Fall Peta, Mundtot gemacht werden. Statt sich mit den Argumenten der Organisation PETA auseinander zu setzen und die Strafanträge ernst zu nehmen, dümpeln die Jäger lieber weiter auf dem Motto herum. Um jeden Preis weitermachen und so tun als wäre alles in Ordnung. Das den Tieren durch Verletzungen, nicht sofort tötende Schusswunden und nicht verfolgen von angeschossenen Tieren unsägliches Leid geschieht, davon hört man in dem Artikel nichts. Auch Gegenmaßnahmen um solche Fuchs-Massaker die ohne vernünftigen Grund und somit ohne Legitimation durch das Tierschutzgesetz erfolgen sind nicht bekannt. Es wird einfach das Treiben fortgeführt. Kein Hinterfragen, kein kritischer Blick hinter die Kulissen. Töten muss also Spaß machen, denn einen anderen Zweck kann ich dem Handeln dieser Personen und Verbände nicht erkennen.
Das sich der Nordkurier sich so versteht auf den Zug dieser empathielosen Wesen aufzuspringen, setzt dem ganzen noch die Krone auf.

Hallo zusammen, nach Ihren Äußerungen habe ich alle Artikel, die in den vergangenen Tagen und Wochen im Nordkurier gedruckt und digital zu diesem Thema erschienen sind, noch einmal kritisch durchgeschaut und kann Ihre Meinung nicht teilen. Wir berichten in der Gesamtschau sehr ausgewogen und in alle Richtungen. Nach meiner Erfahrung haben Lobby-Gruppen, auch PETA, oft ein Problem damit, wenn sie nicht als moralisch höhere Instanz behandelt werden. Das tun wir in der Tat nicht. Vielleicht ist es deshalb auch etwas ungewohnt für Sie, dass wir gleichrangig unsere Leserinnen und Leser im Blatt zu Wort kommen lassen. Viele Grüße, Simon Kaatz, Nordkurier-Chefredaktion