ZAHLREICHE FÄLLE

Studie über Krebstote in der Feuerwehr verschleppt

Vollmundig hatte das Land MV im September verkündet, eine Studie über die große Anzahl der Krebstoten unter Feuerwehrleuten in Auftrag zu geben. Passiert aber ist noch nichts.
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Feuerwehrleute kommen immer wieder mit Rauchgasen und den darin freigesetzten krebserregenden Substanzen in Berührung kom
Feuerwehrleute kommen immer wieder mit Rauchgasen und den darin freigesetzten krebserregenden Substanzen in Berührung kommen. (Symbolbild) Tilo Wallrodt
Schwerin.

Die Fakten sind alarmierend: Allein bei der Berufsfeuerwehr Neubrandenburg sind in den vergangenen 15 Jahren gleich zwölf Kameraden am sogenannten „Feuerwehrkrebs“ erkrankt. Sprich: an bösartigen Erkrankungen von Lunge, Lymphdrüsen, Hoden oder Prostata. Neun der Kameraden sind mittlerweile daran gestorben – ein im Vergleich zu anderen Berufsgruppen überdurchschnittlicher Wert, der damit zu tun haben könnte, dass Feuerwehrleute immer wieder mit Rauchgasen und den darin freigesetzten krebserregenden Substanzen in Berührung kommen.

Aufgeschreckt durch die Zahlen versprach das Land vor drei Monaten, eine Studie in Auftrag zu geben, die das Krebsrisiko bei Berufsfeuerwehren in Mecklenburg-Vorpommern untersuchen soll. Vincent Kokert, CDU-Fraktionschef im Landtag, sagte seinerzeit: „Wir müssen dem Problem ins Auge schauen. Unsere Feuerwehrkameraden im Land sind uns wichtig.” Die Kosten von etwa 40.000 Euro würden durch das Gesundheitsministerium in Schwerin zur Verfügung gestellt, kündigte Kokert an.

Jetzt aber hat das Gesundheitsministerium auf eine parlamentarische Anfrage der oppositionellen Linkspartei eingeräumt, dass „momentan eine Studienkonzeption erarbeit sowie die Beauftragung der Studie geprüft wird”. Erst wenn die Konzeption fertig sei, könne über den Zeitrahmen zur Fertigstellung Auskunft gegeben werden, heißt es weiter. „Dringend geht anders”, kritisiert Die Linke. „Die Landesregierung ist über das Stadium der Ankündigung noch nicht hinaus hinausgekommen. Somit bleibt auch die Frage, ob Freiwillige Feuerwehren in die Studie einbezogen werden – was aus meiner Sicht mehr als sinnvoll und notwendig wäre – unbeantwortet”, machte Peter Ritter von den Linken deutlich.

Die Stadt Neubrandenburg hatte auf die zahlreichen Krebsfälle umgehend reagiert und in den Haushalt 2020 insgesamt 200.000 Euro für einen verbesserten Gesundheitsschutz der Feuerwehrleute eingestellt.

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