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Herbststurm fegt Bäume um und Auto von der A20

Der erste große Herbststurm dieses Jahres wirbelt den Norden durcheinander und hat am späten Mittwochabend den Fischmarkt im Hamburger Stadtteil St. Pauli unter Wasser gesetzt.
Der erste große Herbststurm dieses Jahres wirbelt den Norden durcheinander und hat am späten Mittwochabend den Fischmarkt im Hamburger Stadtteil St. Pauli unter Wasser gesetzt.
Christian Charisius

In Hamburg ist ein Mann von einem Baugerüst erschlagen worden. Bei der Bahn sind viele Strecken blockiert. Auch in MV musste die Feuerwehr zu zahlreichen Einsätzen ausrücken.

Vier Verletzte, mehr als 100 umgestürzte Bäume, aber vergleichsweise wenig Sachschäden - das ist die Bilanz für den ersten Herbststurm in Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr. Bis Donnerstagmorgen waren bis auf wenige Nebenstraßen aber alle Baumhindernisse beseitigt, wie Sprecher von Feuerwehren und Polizei in Schwerin, Rostock, Stralsund und Neubrandenburg erklärten. Schwerpunkt für das stürmische Wetter waren die nördlichen Landkreise Nordwestmecklenburg, Rostock und Vorpommern-Rügen.

Insgesamt zählte die Polizei Rostock rund 45 sturmbedingte Einsätze, wie ein Sprecher am Donnerstagmorgen mitteilte. Bei der Polizei Neubrandenburg gingen etwa 12 Notrufe ein. Die Polizei im Kreis Ludwigslust-Parchim bilanziert vier Verkehrsunfälle in ihrem Gebiet. In erster Linie rückten die Einsatzkräfte wegen umgestürzter Bäume und abgebrochener Äste aus. In Boizenburg riss der Sturm Fassadenplatten von einem Mehrfamilienhaus. Nach wenigen Einsätzen am späten Abend sei die Nacht bei abschwächendem Wind allerdings ruhig verlaufen.

Gleich drei Verletzte und rund 80.000 Euro Schaden gab es bei einem Unfalls auf der Autobahn 20 bei Grimmen. Der Fahrer eines Autos war vermutlich zu schnell unterwegs. Sein Auto schleuderte bei starkem Regen von der Fahrbahn in einen Graben und prallte gegen einen Abwasserschacht. Der 40-jährige Fahrer, seine 37 Jahre alte Beifahrerin und deren neunjährige Tochter kamen verletzt in eine Klinik. Am Auto entstand Totalschaden.

Mächtige Buche gespalten

In Wesenberg (Mecklenburg-Strelitz) rückte die Feuerwehr aus, nachdem ein Bürger gekenterte Boote auf dem Woblitzsee gemeldete hatte. Am Mittwochabend hieß es aus dem Polizeirevier Neustrelitz, die Boote seien an anderer Stelle gefunden worden. In Westmecklenburg musste die Feuerwehr etwa zwei Dutzend Bäume von den Straßen räumen.

In Templin spaltete der Sturm eine mächtige Buche der Länge nach, die Feuerwehr kam gerade rechtzeitig.

In Grevesmühlen fiel ein Baum auf ein Mehrfamilienhaus und beschädigte dieses. Bei Rehna wurde ein Insasse eines Autos verletzt, als ein starker Ast während der Fahrt auf den Wagen fiel. Die Leitstelle Westmecklenburg registrierte rund 150 Einsätze seit Mittwochnachmittag mit Dutzenden umgestürzten Bäumen. Menschen wurden aber nicht verletzt, wie Sprecher der Polizeipräsidien in Rostock und Neubrandenburg am Nachmittag sagten. Zuletzt wurde eine Sperrung am Morgen bei Glaisin in Nordwestmecklenburg gemeldet.

Ein Toter in Hamburg

Die Fährreederei Scandlines hatte am Mittwoch wegen des Sturms ihre Fahrten zwischen Rostock und dem dänischen Gedser bis Donnerstagfrüh abgesagt. Bis Donnerstagmittag sollte der Fährbetrieb wieder anlaufen.

In Hamburg wurde ein Mann von einem Baugerüst erschlagen. Im Hochsauerlandkreis in Nordrhein-Westfalen traf ein entwurzelter Baum einen Mann tödlich. Im Laufe des Mittwochs tobte Sturmtief "Sebastian" mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometern pro Stunde, so heftig wehte es beispielsweise auf dem Brocken im Harz, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Orkanböen etwa an der Nordsee kamen demnach auf bis zu 140 Stundenkilometer, am Abend dann wurden die stärksten Winde an der Ostsee gemessen.