VON FLENSBURG BIS USEDOM

▶ Sturmflut trifft gesamte Ostseeküste

An der gesamten Ostseeküste wurden am Sonntag deutlich erhöhte Wasserstände gemeldet. Mancherorts drückte der Sturm das Wasser bis kurz vor die Dünen.
dpa
Ein historisches Fachwerkhaus steht über dem überfluteten Mühlenbach in Wismar, an dessen Ufer Sandsäcken
Ein historisches Fachwerkhaus steht über dem überfluteten Mühlenbach in Wismar, an dessen Ufer Sandsäcken ausgelegt sind. Jens Büttner
Wegen Hochwasser ist eine teilweise überflutete Straßen am Hafen von Wismar gesperrt.
Wegen Hochwasser ist eine teilweise überflutete Straßen am Hafen von Wismar gesperrt. Jens Büttner
Ein Polizeiauto fährt über eine teilweise überfluteten Straßenkreuzung am Hafen von Wismar.
Ein Polizeiauto fährt über eine teilweise überfluteten Straßenkreuzung am Hafen von Wismar. Jens Büttner
Eine Sturmflut an der Ostseeküste sorgt für Hochwasser, der Sturmflutwarndienst rechnet im gesamten Küstenberei
Eine Sturmflut an der Ostseeküste sorgt für Hochwasser, der Sturmflutwarndienst rechnet im gesamten Küstenbereich mit Wasserstände zwischen 1 bis 1,30 Meter über dem mittleren Wasserstand. Jens Büttner
Rostock.

Überspülte Seebrücken, im Wasser stehende Autos und überflutete Straßen - die deutsche Ostseeküste von Flensburg bis Usedom ist am Sonntag von einer Sturmflut getroffen worden. An vielen Orten wie Flensburg, Kiel, Travemünde und Wismar wurden nach Angaben des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH) am späten Vormittag Werte von mehr als 1,40 Metern über dem mittlerem Wasserstand gemessen. In Greifswald wurden 1,31 Meter und in Warnemünde 1,16 Meter über dem mittleren Wasserstand gemessen. In Lübeck lag der Wert sogar bei 1,57 Metern.

Dies ist deutlich mehr, als bei den Sturmfluten im Februar. Damals blieb der Pegel zumeist unter einem Meter über NN, wenn er es vereinzelt auch auf über 1,20 Meter über NN schaffte. Als im Januar in Wismar das Wasser auf den Pegelstand auf 1,38 Meter höher als normal stieg, wurden mehrere Straßen überschwemmt.

Nordkurier-Leser Tobias Kostelnik filmte das Hochwasser in Trassenheide auf Usedom:

[Video]

In Flensburg liefen einige Innenstadtstraßen in Hafennähe voll. Sie mussten gesperrt werden. Autofahrer, die ihre Fahrzeuge zu nah am Wasser geparkt hatten, wurden unter anderem mit Lautsprecherdurchsagen auf die Situation hingewiesen, wie ein Polizeisprecher sagte. Nicht alle schafften es jedoch rechtzeitig, ihre Autos zu entfernen. Auch in Kiel, Wismar, Rostock und Lübeck trat das Wasser nach Polizeiangaben teilweise über die Ufer und überschwemmte Straßen. In Burgstaaken auf Fehmarn hatte sich nach Polizeiangaben eine Jacht losgerissen. Auch in Kiel haben sich im Sporthafen einige Boote gelöst, wie ein Polizeisprecher sagte.

Ostsee in Warnemünde bis kurz vor den Dünen

In Warnemünde drückte die Sturmflut die Ostsee an manchen Stellen bis kurz vor die Dünen. Für die knapp 20 Kite-Surfer, die sich hier aufs Wasser wagten, schufen Wind und Wellen bei Sonne vermutlich ideale Bedingungen. In Scharbeutz oder Haffkrug an der Lübecker Bucht stieg das Wasser ebenfalls bis kurz vor die Dünen, wie auf Webcams zu sehen war.

Von einer Sturmflut an der deutschen Ostseeküste spricht man nach BSH-Angaben bei einem Pegel von 1,00 bis 1,25 Metern über dem mittleren Wasserstand. Bei Werten von 1,25 bis 1,50 Metern ist es eine mittlere Sturmflut. Schwere Sturmfluten haben einen Pegel von 1,50 bis 2,00 Meter über mittlerem Wasserstand und sehr schwere Sturmfluten von mehr als 2,00 Metern. Zum Vergleich: An der Nordsee ist erst bei einem Pegelstand von 1,50 Metern über dem mittleren Hochwasser überhaupt von einer Sturmflut die Rede.

 

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