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Tataren aus Verkaufspoker ausgestiegen

Die Halle der P+S-Volkswerft in Stralsund.
Die Halle der P+S-Volkswerft in Stralsund.
Stefan Sauer

Im Prozess um den Verkauf der insolventen P+S-Werft in Stralsund gibt es einen Bieter weniger.

Eine tatarische Staatsholding, die die Übernahme der Werft mit rund 500 Arbeitsplätzen plante, ist am Donnerstagabend aus dem Bieterverfahren ausgestiegen. Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann bedauerte am Freitag nach dem Treffen mit dem Generaldirektor der in Kasan ansässigen Ak Bars Holding den Rückzug. "Wir haben das Interesse von Ak Bars an der Volkswerft Stralsund sehr begrüßt, die Zusammenarbeit mit unseren tatarischen Gesprächspartnern war immer professionell und vertrauensvoll." Der Bieterprozess werde wie geplant weitergeführt.

Der Insolvenzverwaltung liegen nach Angaben eines Sprechers noch weitere Angebote aus dem In- und Ausland vor. Als heißester Interessent wird Nordic-Eigner Witali Jussufow gehandelt. Er hatte angekündigt, ab Herbst 2014 mit 250 Beschäftigten den Betrieb in Stralsund wieder aufnehmen zu wollen. Jussufow gibt jedoch keine Beschäftigungsgarantien ab, was bei Gewerkschaft und Betriebsrat auf Kritik stößt. Ebenfalls nicht mehr im Rennen ist der französische Marine-Konzern DCNS. Die Franzosen hatten am Dienstag klargestellt, kein Interesse an der Stralsunder Werft zu haben.

Nach Angaben der Insolvenzverwaltung hat sich Ak Bars aus «nicht von der Volkswerft Stralsund oder der Insolvenzverwaltung zu vertretenden externen Gründen» zurückgezogen. Die P+S-Werft in Stralsund mit einst 1200 Arbeitsplätzen ging im Sommer 2012 pleite.