NORDSEE-STURMFLUT

Tausende flüchten bei Katastrophen-Übung nach MV

Die landesweite Katastrophenschutzübung „Arche 2018” wird die Retter in Mecklenburg-Vorpommern vor immense Herausforderungen stellen.
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Bei der Katastrophenschutzübung geht es um eine drohende Sturmflut an der Nordsee, fast eine Million Menschen werden auf der Flucht sein - so das Szenario (Symbolbild).
Bei der Katastrophenschutzübung geht es um eine drohende Sturmflut an der Nordsee, fast eine Million Menschen werden auf der Flucht sein – so das Szenario (Symbolbild). Christian Charisius
Schwerin.

In der kommenden Woche stellt sich Mecklenburg-Vorpommern bei einer sogenannten Stabsrahmenübung folgendem Szenario: Aufgrund einer drohenden Sturmflut in Schleswig Holstein, Hamburg und Niedersachsen fordern die Behörden die Bürgerinnen und Bürger auf, die Küstenregion umgehend zu verlassen.

Fast eine Millionen Menschen machen sich auf den Weg, heißt es in einer Pressemitteilung des Landes. Etwa 35.000 werden adhoc in Mecklenburg-Vorpommern aufgenommen. Auch wenn die Übung nach außen kaum sichtbar sein wird, ist sie doch in Deutschland einzigartig, denn alle Landkreise und kreisfreien Städte nehmen daran teil.

Evakuierung von Krankenhäusern

Deren Krisenstäbe müssen am 26. und 27. September die schwierige Situation der Unterbringung und Versorgung meistern. Erschwerend geht das Übungsszenario davon aus, dass auch besonders hilfsbedürftige Menschen aus evakuierten Krankenhäusern zu versorgen sind.

Verantwortlich für die Übungssteuerung ist das Innenministerium Mecklenburg-Vorpommern, im Lagezentrum laufen alle Fäden aus den kommunalen administrativen Stäben zusammen. Unterstützung bei der Planung und Durchführung der Übung gab bzw. gibt es durch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

Caffier: Im Ernstfall kann es Leben retten

„Auf Schadensereignisse jeglicher Art müssen wir gut vorbereitet sein. Da sind Kommunikation und koordiniertes Handeln der verschiedenen Führungsebenen und Behörden im Bereich des Katastrophenschutzes eine Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Einsatzbewältigung“, so Innenminister Lorenz Caffier. „Mit der Übung überprüfen wir auch die Melde- und Informationswege, deren Funktionieren im Ernstfall Leben retten kann.“

Bundeswehr übt mit

In den Krisenstäben arbeiten neben den verantwortlichen Krisenmanagern der Landkreise und kreisfreien Städte auch Soldaten der Kreisverbindungskommandos der Bundeswehr. Daneben ist auch das Landeskommando Mecklenburg-Vorpommern sowie das Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr in die Übung eingebunden.

Für den Kommandeur des Landeskommandos Mecklenburg-Vorpommern, Brigadegeneral Gerd Kropf, ist diese Übung besonders wertvoll. „Die Hilfeleistung der Bundeswehr erfolgt im Katastrophenfall immer subsidiär, d.h. unterstützend. Durch die Übungsanlage wird hier die zivil-militärische Zusammenarbeit genauso geübt, wie sie im Notfall erfolgen würde. Diese gemeinsame Übung unter Führung des Innenministeriums zeigt die enge Verzahnung bei der zivil-militärischen Zusammenarbeit in Mecklenburg-Vorpommern.“

THW und Deutsche Rote Kreuz

Die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) und das Deutsche Rote Kreuz nehmen ebenso an der Übung teil. Nach außen sichtbar wird eine sogenannte Führungs- und Kommunikationseinheit des THW vor dem Gebäude des Innenministeriums in Schwerin sein, die der zentralen Übungsteuerung mit etwa 40 Übungsleitern zur Verfügung stehen wird.

Die Polizei hatte vor Kurzem auch die groß angelegte Übung „Brücke” angekündigt. 500 Beamte aus Deutschland und Polen werden versuchen, eine Entführung quer durch MV zu vereitelt. Auch die Zivilbevölkerung wird hier einbezogen.

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