ENKELTRICK IN MV

Telefonbetrüger haben bereits mehr als 1,5 Millionen Euro erbeutet

Mit einer neuen Masche täuschen Betrüger am Telefon Corona-Erkrankungen vor. Besonders im Westen des Landes wurde auf diese Weise bereits viel Geld erbeutet.
Enkeltrick-Betrüger versuchen es aktuell mit fingierten Covid-19-Erkrankungen.
Enkeltrick-Betrüger versuchen es aktuell mit fingierten Covid-19-Erkrankungen. HighwayStarz
Rostock ·

Die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern warnt abermals vor Trickbetrügern am Telefon, nachdem es wieder eine Reihe von neuen Versuchen gegeben hat. So seien allein am Montag im Bereich des Polizeipräsidiums Rostock 27 Schockanrufe angezeigt worden, bei denen sich die Anrufer als Mitarbeiter eines Krankenhauses ausgegeben hätten. Die Betrüger hätten dann erklärt, dass ein Enkel oder ein anderes Familienmitglied im Krankenhaus liegt und an Covid-19 erkrankt sei.

Zur Behandlung sei ein spezielles Medikament notwendig, so die Betrüger am Telefon, welches aus dem Ausland importiert werden müsse. Laut einer Sprecherin des Polizeipräsidiums hätten die Anrufer bis zu 30.000 Euro gefordert.

Die Polizei betont aus diesem Anlass erneut: „Ihr Enkel braucht kein Geld für ein teures Medikament aus dem Ausland oder für eine erforderliche Notoperation!”

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Fast 1000 Betrugsversuche Anfang 2021

Laut Polizei häufen sich derzeit solche Enkeltrickversuche in Mecklenburg-Vorpommern. So habe es in den ersten vier Monaten des Jahres 2021 bereits 958 solcher Trickbetrugsversuche gegeben, in 90 Fällen waren die Betrüger erfolgreich und konnten ältere Menschen abzocken. Mit 685 Fälle liege der Schwerpunkt im Westen des Landes, dem Bereich des Polizeipräsidiums Rostock. Die Betrüger haben laut Polizei in diesem Jahr bereits einen Schaden von knapp 1,5 Millionen Euro im gesamten Bundesland angerichtet.

Die Polizei rät, bei derartigen Anrufen sofort die Polizei zu rufen und niemandem Auskünfte über Vermögensverhältnisse am Telefon zu geben. Fremden Menschen sollte kein Geld überreicht werden. Dank der Zivilcourage von Taxifahrern oder Bankangestellten hätten in den vergangenen Wochen zahlreiche Geldübergaben vereitelt werden können. Die Polizei ruft dennoch alle Bürger auf, stets aufmerksam zu sein. „Da die Betrüger sich immer neue Geschichten ausdenken, um an Ihr Geld zu gelangen, seien Sie stets aufmerksam und stellen Sie Fragen, die nur Ihre Angehörigen beantworten können. Legen Sie auf, wenn Sie mit Geldforderungen konfrontiert werden, rufen Sie Ihre Verwandten an und fragen nach. Informieren Sie im Zweifel immer die Polizei”, so die Sprecherin des Präsidiums.

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