Timotheus Höttges
Telekom-Chef klagt über Funklöcher in Vorpommern

Helm aufsetzen! Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom, hatte am Montag den offiziellen Start für den Breitbandausbau in Vorpommern begutachtet.
Helm aufsetzen! Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom, hatte am Montag den offiziellen Start für den Breitbandausbau in Vorpommern begutachtet.
Stefan Sauer

Auf dem Weg nach Vorpommern musste der Telekomchef unter den vielen Funklöchern im Nordosten leiden. Nun will er nachbessern.

Bei einer Fahrt durch Vorpommern oder Mecklenburg gerät man meistens von einem Funkloch ins Nächste. Das ist den Bewohnern der Region gut bekannt – und das hat nun auch ein Besucher zu spüren bekommen, der sogar etwas daran ändern kann.

Der Telekomchef Timotheus Höttges war am Montag in Klein Kedingshagen im Landkreis Vorpommern-Rügen, um bei einem Termin öffentlichkeitswirksam den Breitbandausbau zu verkünden. „Auf dem Weg hierhin habe ich mich mit dem Thema Funklöcher beschäftigen müssen”, sagte er dort. Und Höttges kündigte an, sich des Problems anzunehmen. Die Telekom wolle in diesem Jahr 100 Millionen Euro extra in die Hand nehmen, um Funklöcher zu schließen. „Das ist auch ein Beitrag für die Digitalisierung.”

2000 Kilometer Glasfaser

Eigentlich war Höttges aber vor Ort, um den Start von Baggerarbeiten zu begutachten. Die Telekom wird bis Ende 2019 auf dem Festland des Kreises Vorpommern-Rügen mehr als 2000 Kilometer Glasfaser verlegen und über 1000 Glasfaser-Netzverteiler aufstellen, wie er dort ankündigte. „Wir zeigen, dass ländlicher Raum und schnelles Internet kein Widerspruch sind.”

Vom schnellen Internet mit Geschwindigkeiten von einem Gigabit sollen rund 40.000 Haushalte und Unternehmen in 63 Gemeinden profitieren. Mit dem Programm zum Breitbandausbau werden in der dünn besiedelten Region rund 118 Millionen Euro verbaut, davon 77 Millionen Euro vom Bund, 28 Millionen Euro vom Land und 13 Millionen Euro Eigenanteil aus dem Kommunalen Aufbaufonds MV. Weitere 34 Millionen Euro fließen auf die Insel Rügen, wo der Ausbau durch den dortigen Zweckverband bereits vor einem Jahr begonnen hatte.

Ursprünglich wollte Merkel zum Baustart ihren Wahlkreis besuchen, ihr Hubschrauber hatte aber nach Angaben von Landrat Ralf Drescher (CDU) wegen Nebels keine Fluggenehmigung erhalten.