LANDGERICHT ROSTOCK HAT ENTSCHIEDEN

Terror-Verdächtige von Güstrow bleiben auf freiem Fuß

Nach dem Güstrower Anti-Terror-Einsatz waren die Verdächtigen wieder freigelassen worden, das LKA legte Beschwerde ein – und scheiterte nun zum zweiten Mal.
dpa
Der Anti-Terror-Einsatz in Güstrow hatte in der vergangenen Woche für Schlagzeilen gesorgt.
Der Anti-Terror-Einsatz in Güstrow hatte in der vergangenen Woche für Schlagzeilen gesorgt. Bodo Marks
Rostock.

Nach Informationen des Landeskriminalamtes (LKA) hat das Landgericht Rostock am Dienstag die Beschwerden gegen die Freilassung zweier Terror-Verdächtiger zurückgewiesen. Nähere Angaben konnte der LKA-Sprecher nicht machen. Das Landgericht bestätigte damit eine frühere Entscheidung des Amtsgerichts Güstrow. Es war am späten Dienstagnachmittag nicht mehr für eine Stellungnahme zu erreichen.

Bei den beiden Verdächtigen handelt es sich um zwei Bosnier, die am vergangenen Mittwoch bei einer groß angelegten Aktion von Bundesanwaltschaft, Bundeskriminalamt und LKA in Güstrow vorläufig festgenommen worden waren. Das Amtsgericht Güstrow ließ sie und einen dritten Verdächtigen dann noch am Abend überraschend frei. Sie seien dem Gericht nicht wie vorgeschrieben unverzüglich, sondern bis zu 17 Stunden später vorgeführt worden und hätten deshalb freigelassen werden müssen, hatte das Gericht zur Begründung erklärt. Der Fall hatte für großes Aufsehen gesorgt.

Da LKA legte Beschwerde beim Landgericht Rostock ein. Im Fall des dritten Mannes, eines Deutschen, hatte das Landgericht die Beschwerde bereits am Freitag zurückgewiesen.

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) verteidigte den Polizeieinsatz auch nach der Gerichtsentscheidung. "Es war richtig, dass die Landespolizei versucht hat, alle bestehenden gesetzlichen Möglichkeiten zu nutzen, um eine Gefahr von den Bürgerinnen und Bürgern abzuwenden", so Caffier in einer ersten Stellungnahme. Laut Innenministerium bezweifelt das Gericht nicht die Gefährlichkeit der Verdächtigen, erachtet diese jedoch als nicht ausreichend für eine Gewahrsamnahme, "weil ein unmittelbar bevorstehender Anschlag nicht konkretisiert worden sei", so ein Sprecher.

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