THEATERGIPFEL

Theater Vorpommern wirft Land Vertragsbruch vor

Kurz vor dem Theatergipfel zur Fusion der Häuser im Landesosten wirft das Theater Vorpommern dem Land Vertragsbruch vor. Es gehe um zugesicherte, dann aber nicht zur Verfügung gestellte Gelder.
dpa
Ärger für Kultusministerin Hesse: Das Theater Vorpommern kritisiert das Land kurz vor dem Theatergipfel (Archivbild).
Ärger für Kultusministerin Hesse: Das Theater Vorpommern kritisiert das Land kurz vor dem Theatergipfel (Archivbild). Stefan Sauer
Greifswald.

Wenige Tage vor dem Theatergipfel zu den festgefahrenen Fusionsverhandlungen der Theater im Landesosten hat der Aufsichtsrat des Theater Vorpommern dem Land Vertragsbruch vorgeworfen. Das Land habe sich nicht an seine zugesagte Beteiligung an den Tarifsteigerungen gehalten. Statt der vom Land zugesicherten 323.500 Euro für 2017 solle das Theater mit nur 63.000 Euro abgespeist werden. „Vertragstreue sieht anders aus”, sagte die Aufsichtsratsvorsitzende Ulrike Berger am Freitag.

Das Land hatte sich im März 2017 schriftlich bereit erklärt, 55 Prozent der Tarifsteigerungen für die Mitarbeiter des kurz vor der Insolvenz stehenden Theaters zu übernehmen. Die restlichen 45 Prozent sollten von den Städten Greifswald und Stralsund sowie dem Landkreis Vorpommern-Rügen getragen werden. Im Gegensatz zum Land hätten sich die Kommunen an die Vereinbarung gehalten, sagte Berger.

Fusion der Theater

Kultusministerin Birgit Hesse (SPD) hat für kommenden Dienstag die Gesellschafter der Häuser im Landesosten zu einem Theatergipfel nach Schwerin eingeladen. Nachdem sich Neubrandenburg und Neustrelitz gegen das seit Jahren favorisierte Fusionsmodell gestellt haben, weil sie sich gegenüber Greifswald und Stralsund benachteiligt sehen, können sich nun auch die Gesellschafter des Theater Vorpommern andere Optionen vorstellen.

„Am Ende der Verhandlungen muss eine Lösung stehen, die die Zukunft unseres Theaters langfristig sichert”, erklärten die Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Greifswald) und Alexander Badrow (Stralsund). Fassbinder richtet den Blick dafür sogar nach Westen. „Vielleicht ist es eine Option mit Rostock zu kooperieren.” Inwieweit das Land sich an einem Kooperationsmodell beteiligt, ist bisher offen.

Theater Vorpommern stand kurz vor der Insolvenz

Seit 1994 hat das Land die Zuschüsse für die Theater trotz steigender Kosten an den Häusern nicht mehr erhöht. Die Mitarbeiter im Theater Vorpommern kompensierten dies durch Einschnitte bei Löhnen und Gehältern. 2017 stand das Theater kurz vor der Insolvenz.

„Wir wollen, dass die Finanzierung des Theaters nicht nur für das laufende Jahr, sondern auch langfristig gesichert ist”, erklärten die Oberbürgermeister. Dass auch die jetzigen Theaterträger die Zuschüsse erhöhen müssten, sei den Kommunen bewusst. „Wir erwarten aber auch eine substanzielle Unterstützung durch das Land.”

Mit der Fusion sollten von 485 Stellen an allen vier Standorten 65 bis 2020 wegfallen. Mit dem Einstieg des Landes setzten die Kommunen auf eine stärkere finanzielle Unterstützung aus Schwerin. Das Land wollte als Mehrheitsgesellschafter in das „Staatstheater Nordost” einsteigen.

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Kommentare (1)

ist die erste Wahl und der Pommerngreif am Theater Vorpommern in Greifswald nur die Zweite. Von Schwerin in Verträgen bereits zugesagte Mittel in Höhe von 323.500 Euro für 2017 wurden einfach nicht gezahlt. Gebrochene Verträge und zerstörtes Vertrauen! Wir in Vorpommern sind nur die Indianer und Manuela Schwesig die "große weiße Frau in Schwerin". Man nimmt uns unser Gold weg und gibt uns bunte Glasperlen dafür!