KEIN UNBEWOHNTES GEBIET

Tiefflüge mit Kampfjets nur über Dörfern und Kleinstädten möglich

Wenn Deutschlands Kampfpiloten üben, müssen sie auch über Dörfer und Kleinstädte fliegen. Ausreichend große unbewohnte Regionen gibt es nämlich nicht.
Da es in Deutschland keine unbewohnten Gebiete gibt, müssen die Kampfpiloten der Bundeswehr über Dörfern und Kl
Da es in Deutschland keine unbewohnten Gebiete gibt, müssen die Kampfpiloten der Bundeswehr über Dörfern und Kleinstädten trainieren. Harald Tittel
Feldberg ·

Sie kamen wie aus dem Nichts und waren ohrenbetäubend laut. Nachdem extrem tief fliegende Kampfjets in der vergangenen Woche Menschen in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg erschreckt haben, hat die Bundeswehr gegenüber dem Nordkurier jetzt eine weitere Erklärung abgegeben.

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Demnach sei sehr wohl bekannt, dass solche Manöver über bewohnten Gebieten eine Belastung für die betroffenen Einwohner sind. Dennoch ließen sich solche Übungsflüge nicht vermeiden.

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„Die Auswertung der Radardaten vom 2. Juni zeigt zwei Kampfflugzeuge der Bundeswehr vom Typ Tornado. Die Luftfahrzeuge flogen im Formationsflug von Nordwesten nach Süd-Südost. Dabei überflogen die beiden Luftfahrzeuge den Ort Feldberg gegen 15:34 Uhr links und rechts in etwa zwei bis vier Kilometern Entfernung bei einer Flughöhe zwischen 270 und 400 Metern und bei einer Geschwindigkeit von rund 760 Kilometern pro Stunde”, erklärte Kai M. Stobbe, Sprecher des Luftfahrtamtes der Bundeswehr am Montag.

Ohne echte Flüge geht es nicht

Damit die Luftstreitkräfte der Bundeswehr einsatzfähig bleiben, seien „eine fundierte fliegerische Ausbildung und kontinuierliches Üben” unumgänglich. „Daher ist mit Blick auf den Erhalt die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte und unter den gegebenen sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen ein Verzicht auf solche Flüge nicht möglich”, so Kai Stobbe.

Zwar würden heuzutage große Teile der fliegerischen Ausbildung „ressourcen- und umweltschonend unter Nutzung von Simulatoren durchgeführt”, echte Flüge seien jedoch unumgänglich, „um eine kontinuierliche Vorbereitung auf die Landes- und Bündnisverteidigung sowie auf internationale Einsätze zur Krisenbewältigung für die Streitkräfte sicherzustellen”.

Die Feldberger Seenlandschaft und die nördliche Uckermark seien verhältnismäßig dünn besiedelt und würden deshalb ausreichenden Raum bieten, um kurze Tiefflüge zu üben. Unbewohntes Gebiet gebe es de facto in Deutschland nicht. Am vergangenen Freitag hatten Düsenjäger die Menschen und Tiere im Raum Feldberg und Templin erschreckt. Über Templin waren sie am Vormittag hinweg gedonnert, über Carwitz in der Feldberger Seenlandschaft am Nachmittag.

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