VIELE HAUSKATZEN NICHT KASTRIERT

Tierheime in MV müssen vermehrt Katzenbabys aufnehmen

Drei Mal so viele kleine Kätzchen wie im Juni wurden im Juli in den Tierheimen im Land abgegeben. Die Verantwortlichen verzweifeln zunehmend.
dpa
Im Tierheim Schlage bei Rostock sitzt Kater Henky in seinem Gehege. Er sucht wie viele andere Tiere im Heim ein neues Zuhaus. Gerade auch zur Sommer- und Urlaubszeit herrscht in den Tierheimen Hochbetrieb, weil gerade zu dieser Zeit «störende» Tiere ausgesetzt werden.
Im Tierheim Schlage bei Rostock sitzt Kater Henky in seinem Gehege. Er sucht wie viele andere Tiere im Heim ein neues Zuhaus. Gerade auch zur Sommer- und Urlaubszeit herrscht in den Tierheimen Hochbetrieb, weil gerade zu dieser Zeit „störende” Tiere ausgesetzt werden. Bernd Wüstneck
Rostock.

Tierheime in Mecklenburg-Vorpommern müssen laut Tierschutzbund derzeit zahlreiche Katzenbabys aufnehmen. Im Vergleich zum Vormonat habe sich die Zahl im Juli verdreifacht, gab der Tierschutzbund an.

„Wir haben täglich Anrufe von Behörden und Privatpersonen, die kleine Katzen gefunden haben“, sagte die Landesvorsitzende Kerstin Lenz. Da die Vierbeiner zu dieser Jahreszeit vermehrt Jungtiere bekämen, seien die Mitarbeiter der Tierheime besonders gefordert. Problematisch sei vor allem, dass viele Halter ihre Hauskatzen nicht kastrieren ließen.

In Rostock 3500 Katzen auf der Straße

„An der Situation verzweifelt man. Wenn man täglich mit dem Leid der Tiere konfrontiert wird und nicht mehr weiß, wie man helfen kann, bricht einem das das Herz“, sagte Lenz. Daher kämpfe der Tierschutzbund seit Jahren für eine landesweite Pflicht, die Tiere kastrieren zu lassen. Zwar gibt es etwa in Rostock und seit vergangener Woche auch in Schwaan (Landkreis Rostock) entsprechende Verordnungen, doch notwendig seien flächendeckende Regelungen.

Allein in Rostock leben laut Behördenangaben schätzungsweise 3500 Katzen auf der Straße. „Die Verordnung dient auch dem Schutz der Tiere, denn Streunerkatzen sind oft krank und müssen hungern“, sagte Finanzsenator Chris Müller (SPD).

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