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Tierpark-Aus: Burg Stargard sucht Interessenten für 250 Zootiere

Der Tierpark in Burg Stargard schließt. Aus dem Gelände soll ein Park werden
Winfried Wagner

In Burg Stargard bei Neubrandenburg endet eine Ära: Nach 47 Jahren wird der Tierpark aus Kostengründen ab 1. November geschlossen. Nun werden neue "Quartiere" für Kängurus, Schlangen, Affen und Co gesucht.

Die Kleinstadt Burg Stargard (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) sucht dringend Interessenten für ihre 250 Zootiere. Anlass ist die Schließung des Tierparks auf dem Klüschenberg nach 47 Jahren zum 1. November. Vorher sollte der Tierpark am Samstag (10 Uhr) zum letzten Mal seine Pforten öffnen, zum Abschluss war noch ein Halloween-Treffen geplant. Das Aus des stark sanierungsbedürftigen Tierparks hatten die Stadtvertreter aus Kostengründen in einem Haushaltssicherungskonzept beschlossen. Dort soll ein Park eingerichtet werden. Es ist nach Angaben des Landeszooverbandes die erste Tierpark-Schließung seit 20 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Stadt sucht jetzt vor allem andere Tiergärten, die die Tiere  übernehmen und artgerecht halten können, wie Bürgermeister Tilo Lorenz (CDU) erklärte. Dazu gehören Nandus, Affen, Zwerghirsche, Damwild, Kängurus, Waschbären und Schlangen. "Erste Interessenten haben sich schon gemeldet", sagte eine Tierparksprecherin. Gespräche darüber seien für November geplant. Die Tiere sollen durch die vier Angestellten vorerst weiter versorgt werden.

Bürgerbegehren hatte keine Erfolg

Burg Stargard mit rund 6000 Einwohnern fühlt sich beim Tierpark vom deutlich größeren "Nachbarn" Neubrandenburg im Stich gelassen. Das Gelände war ab 1968 für die Einwohner der damaligen Bezirksstadt Neubrandenburg als Zoo hergerichtet worden. Neubrandenburg, das derzeit rund 65.000 Einwohner hat, hatte sich nach 1990 aber aus der Finanzierung zurückgezogen und nicht wieder engagiert. Burg Stargard hat nach Angaben von Lorenz ein jährliches Minus von rund 800 000 Euro, allein der Tierpark brauche rund 150 000 Euro an Zuschuss. Um einen zeitgemäßen Stand zu erreichen, hätte es zudem erheblicher Investitionen bedurft.

Ein Bürgerbegehren des Tierparkfördervereins, das den Tierpark retten sollte, erfüllte nicht die nötigen Anforderungen und wurde von der Stadtvertretung abgelehnt. Die nächsten Tiergärten an der Seenplatte gibt es in Neustrelitz, Mühlenhagen bei Altentreptow, wo nach 1990 schon ein Tierpark aufgelöst worden war, und in Ueckermünde (Kreis Vorpommern-Greifswald). Ein Zwerghirsch aus Burg Stargard war bereits im Mai ausgebüxt und wurde seitdem nicht wieder eingefangen.