WAHLERGEBNIS

Tilman Jeremias wird neuer MV-Bischof der Nordkirche

Die Synode der Nordkirche hat in Greifswald einen neuen Bischof für MV gewählt. Das Rennen ging knapp aus.
Benjamin Lassiwe Benjamin Lassiwe
Tilman Jeremias war bislang Pastor für Mission und Ökumene im Zentrum kirchlicher Dienste in Rostock.
Tilman Jeremias war bislang Pastor für Mission und Ökumene im Zentrum kirchlicher Dienste in Rostock. Bernd Wüstneck
Greifswald.

Tilman Jeremias ist der neue Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Norddeutschland. Die im Greifswalder Dom versammelten Mitglieder der Landessynode wählten den 52-jährigen Pastor für Mission und Ökumene aus Rostock am Freitag mit 79 von 150 abgegebenen Stimmen. Sein Gegenkandidat, der 58-jährige Dresdner Superintendent Christian Behr, erhielt 64 Stimmen.

Jeremias folgt auf die bisherigen Bischöfe in Schwerin und Greifswald, Andreas von Maltzahn, und Hans-Jürgen Abromeit. Bei der Fusion der Nordkirche war 2012 vereinbart worden, dass die bisherigen Bischöfe der Landeskirchen von Mecklenburg und Pommern nur bis zur Pensionierung von Hans-Jürgen Abromeit im Amt bleiben sollten.Von Maltzahn wechselt deswegen in diesem Jahr an das Predigerseminar der Nordkirche in Ratzeburg.

Ein Wessi, der seit mehr als 25 Jahren hier lebt

Jeremias stammt ursprünglich aus Bayern, hat aber sein komplettes Berufsleben in Mecklenburg verbracht. Er ist geschieden und hat drei erwachsene Kinder. Als Student nahm er am ökumenischen Studienjahr der „Dormitio“-Abtei in Jerusalem teil. „Die interkonfessionellen Kontakte sind für uns bis heute wichtig“, sagte Jeremias. Er glaube nicht, dass die Kirchen in Mecklenburg-Vorpommern ihre Probleme heute allein lösen könnten. Jeremias sprach sich vor den Synodalen für eine intensivere geistliche Begleitung von Pastorinnen und Pastoren sowie für eine Förderung von Orten der Einkehr und Meditation aus. Zudem plädierte er für eine stärkere Zusammenarbeit von Mecklenburg und Pommern.

Vor den Synodalen sprach sich Jeremias unter anderem für den arbeitsfreien Sonntag aus. „Ich halte das Sabbatgebot für ein schwer missachtetes Gebot“, sagte Jeremias. „Wir sind angehalten, Gott den Schöpfer zu imitieren, dadurch, dass wir ruhen am siebenten Tag.” Als Pastor für Mission und Ökumene hält Jeremias unter anderem die Kontakte zu den Partnerkirchen der Nordkirche. Am morgigen Samstag reist er deswegen nach Tansania. In Rostock organisierte er ferner interreligiöse Gebete im Vorfeld von Demonstrationen der rechten „Alternative für Deutschland.“

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