JVA BÜTZOW

Tod eines Häftlings wirft viele Fragen auf

Was ist in der Nacht zu Montag in der JVA Bützow passiert? Ein Häftling starb – aber woran? Im Raum steht ein schlimmer Verdacht.
Die Zustände in der JVA Bützow gaben in der Vergangenheit regelmäßig Anlass zur Kritik.
Die Zustände in der JVA Bützow gaben in der Vergangenheit regelmäßig Anlass zur Kritik. Bernd Wüstneck
Butzow.

Die Justizvollzugsanstalt in Bützow genießt nicht den besten Ruf. Regelmäßig gibt es von Häftlingen und deren Angehörigen Beschwerden über hygienische Mängel und die medizinische Versorgung. Ist ein 64-jähriger Häftling, der unter einem Herzleiden litt, nun Opfer dieser internen Probleme geworden?

Fakt ist aktuell, dass sich sechs Häftlinge am Montag – unmittelbar nach Bekanntwerden des Todes – bei der Gefangenenzeitung „Der Lichblick“ gemeldet haben. Nach deren Hinweisen sei der Verstorbene durch die JVA Bützow und den medizinischen Dienst „in experimenteller Weise immer wieder mit anderen Tabletten versorgt worden“. Darüber habe sich der Verstorbene im Vorfeld immer langwierig beschwert. Gleichzeitig hieß es aus der Redaktion der Gefangenenzeitung, dass es wohl seitens der Verwandtschaft des Häftlings Strafanzeigen geben werde.

Angeblich keine Medikamente für Herzleiden in JVA

Nach Informationen des Nordkurier soll der verstorbene Häftling im Sommer diesen Jahres wegen Betruges eine mehrjährige Haftstrafe angetreten haben. Vor seiner Haftstrafe war er offenbar in Behandlung seines Hausarztes. Der habe ihm zur Therapie seines Herzleidens entsprechende Tabletten verschrieben. Allerdings, so schilderten es die Mithäftlinge, habe der Verstorbene diese Medikamente in der JVA nicht mehr bekommen. Als Begründung sei genannt worden, dass diese Tabletten zu teuer seien. In der JVA habe es deswegen lediglich „billigere Tabletten“ gegeben.

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Ob diese Tabletten jetzt in Verbindung mit dem Tod des 64-Jährigen stehen, soll eine Obduktion der Leiche ergeben. Nach Auskunft der zuständigen Staatsanwaltschaft Rostock folge auf jeden Todesfall in einer behördlichen Einrichtung eine Obduktion. Das Justizministerium in Schwerin teilte mit, dass es Hinweise auf ein Fremdverschulden oder einen Suizid derzeit nicht gäbe. Nach Ministeriumsangaben ist dies der fünfte Todesfall in einem Gefängnis in MV in diesem Jahr. Das Gefängnis in Bützow ist das größte der vier Justizvollzugsanstalten im Bundesland.

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