Hans-Lothar Domröse 2015: Der General bekleidete als Bundeswehr-Offizier zahlreiche wichtige Führungspositionen auch
Hans-Lothar Domröse 2015: Der General bekleidete als Bundeswehr-Offizier zahlreiche wichtige Führungspositionen auch bei der Nato. ZIPI
Schnell, gepanzert und mit einer kleinen Kanone ausgerüstet: Der Schützenpanzer Marder ist das Hauptwaffensystem der
Schnell, gepanzert und mit einer kleinen Kanone ausgerüstet: Der Schützenpanzer Marder ist das Hauptwaffensystem der Panzergrenadiertruppe der Bundeswehr. Kai Horstmann
Kanzler Olaf Scholz verweigert sich der Lieferung schwerer Waffen wie dem Marder an die Ukraine.
Kanzler Olaf Scholz verweigert sich der Lieferung schwerer Waffen wie dem Marder an die Ukraine. Philipp Schulze
Bundeswehr-General

Torgelows Ex-Brigadekommandeur spricht Klartext zum Ukrainekrieg

Der frühere hochrangige Bundeswehroffizier beobachtet den Krieg vor allem aus militärstrategischer Sicht. Er fordert seit Wochen schnelle Unterstützung für die ukrainische Armee.
Oldenburg

Aus Sicht des ehemaligen Bundeswehr-Generals Hans-Lothar Domröse muss die ukrainische Armee dringend mit schweren Waffen ausgerüstet werden, insbesondere mit Blick auf die begonnene Offensive im Donbass. „Wenn die russischen Truppen Geschwindigkeit aufnehmen und schnell und direkt bis an den Dnepr vorstoßen, besteht die Gefahr, dass die ukrainischen Einheiten eingeschlossen werden”, sagte Domröse im Gespräch mit dem Nordkurier.

Mehr zum Thema: Kanzler Scholz wegen Waffenlieferungen weiter unter Druck

Er gehe davon aus, dass „die Russen in breiter Front vorgehen werden, um die Ukrainer auseinanderzuziehen. Deshalb auch der Ruf nach gepanzerten Fahrzeugen, damit sich die Ukrainer bewegen können: Anschlagen, verschwinden, anschlagen, verschwinden”, erklärte der General a.D.

Der Schützenpanzer „Marder” könnte gute Dienste leisten

Für diese Taktik bräuchten die Ukrainer schnelle und gepanzerte Fahrzeuge. Der Schützenpanzer Marder, der auch von der Bundeswehr genutzt wird, sei dafür ideal. Das gepanzerte Transportfahrzeug ist mit einer kleinen Kanone ausgerüstet. „Hier würde auch eine Schnelleinweisung für die Ukrainer ausreichen. Beim Leopard wäre ich eher skeptisch, was die schnelle Einweisung betrifft”, sagte Domröse.

Auch interessant: Kanada kündigt Lieferung von schweren Waffen für Ukraine an

Seit Wochen appelliert der ukranische Präsident Wolodymyr Selenskyj an die westlichen Staaten, die Ukraine auch mit schweren Waffen wie Panzern und Haubitzen zu unterstützen, um eine Chance gegen die russische Armee zu haben. Doch insbesondere der deutsche Kanzler Olaf Scholz (SPD) tritt bei direkten deutschen Lieferungen auf die Bremse, weshalb er auch in der Koalition unter Druck steht.

Bis zum Einsatz würde es mindestens zwei Wochen brauchen

Domröse gab zu bedanken, dass es auch mindestens zwei Wochen dauere, bis die Waffen von Deutschland aus im Kamfpgebiet wären. „Sie müssen bedenken, dass man für schwere Waffen wie Schützenpanzer oder Haubitzen etwa eine Woche Transportzeit sowie eine Woche Schnelleinweisung für erfahrene Soldaten benötigen. Was den Donbass angeht, kann die Hilfe immer noch rechtzeitig ankommen”, sagt Domröse.

Lesen Sie auch: Scholz sagt Ukraine Waffen der deutschen Industrie zu

Man dürfe aber nicht vergessen, dass das Leben auch nach der Schlacht um den Donbass weitergehe. „Wer garantiert uns, dass der Kreml danach aufhört, anzugreifen?”

Vier Jahr Kommandeur in Torgelow

Domröse, Jahrgang 1952, war von 2000 bis 2004 Kommandeur der damals in Torgelow stationierten Panzergrenadierbrigade 41 in Torgelow. Der General a.D. war in mehreren wichtigen Führungspositionen bei den internationalen Streitkräften in Afghanistan, bei der Nato, der EU sowie im Eurokorps Strasburg eingesetzt. 2012 wurde er zum General befördert, 2016 in den Ruhestand versetzt.

zur Homepage

Kommentare (4)

Wie stellt sich dieser Schreibtisch General die Konsequenzen solcher Waffenlieferungen vor. Wir haben seit 1945 ein Waffenstillstandsabkommen mit Russland und keinen Friedensvertrag. Lieferungen solcher Waffen verstoßen gegen diesen Vertrag und wir würden uns erneut im Kriegszustand wiederfinden. Alle Opfer in allen Kriegen sind immer sehr traurig, aber wer möchte für einen Krieg in der Ukraine, der nicht unser Krieg und nicht unser Konflikt ist, einen Krieg in Deutschland und der Welt riskieren, der unweigerlich atomar geführt wird. Die Nato hat über Jahre ihre Truppen Richtung Russland verlagert und es wurde immer wieder von Russland davor gewarnt und jetzt haben wir diesen Krieg. Die USA stachelt kräftig von hinten, nur das Schlachtfeld soll erneut Europa sein und nicht Amerika. Es sollen alle Kriegstreiber mal ihr Gehirn einschalten.

Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Klappe halten. Schon beim Wort "Schreibtisch-General" braucht man sich Ihren Kommentar nicht weiter anzutun, um zu wissen, dass da nur Unsinn stehen wird.

Gegen welchen Vertrag verstoßen deutsche Waffenlieferungen in die Ukraine? Sie selbst schreiben, es existiert kein Vertrag mit Russland. Also kann man auch keinen Vertrag mit Russland brechen, indem stehen könnte, Deutschland dürfe keine Waffen in die Ukraine exportieren, wenn Russland andere Staaten überfällt. Ihre Logik mit "kein Friedensvertrag mit Russland" bedeute, Deutschland habe das Maul zu halten, wenn Russland andere Staaten überfällt und annektiert. Gäbe es zu solch Unfug eine deutsche Mehrheit, wären schon Neuwahlen.

Jeder Tag zaudern und zögern hilft Russland. Hat Putin unserem roten Kanzler am Telefon vielleicht direkt mit Atomkrieg gedroht? Oder wieso lefert der keine Panzer und Sturmgeschütze?!