Vogelsterben

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Frau findet 14 tote Kormorane am Ostsee-Strand

Diesen Kormoran hat eine Frau an der Ostsee gefunden. 13 weitere Kadaver sind dort am Strand gelegen.
Diesen Kormoran hat eine Frau an der Ostsee gefunden. 13 weitere Kadaver sind dort am Strand gelegen.
Privat

Eine Frau hat bei Greifswald 14 Tote Kormorane gefunden. Laut Nabu ist so eine Todes-Serie ungewöhnlich. Der Kreis hat nun drei der toten Vögel nach Rostock zur Untersuchung geschickt.

An der Ostseeküste nahe Greifswald machte Caroline Lange erst kürzlich einen grausigen Fund. Bei Gahlkow (Landkreis Vorpommern-Greifswald) entdeckte die Frau 14 tote Kormorane. Zwölf der Vögel trieben im Wasser, zwei lagen am Strand.

Vor Ort habe es deshalb unheimlich gestunken. „Ich hätte mich fast erbrochen”, sagt Caroline Lange. Sie wollte am vergangenen Wochenende nur eine Runde baden gehen. Das Massensterben der Kormorane zwang sie aber zur Umkehr. „Es war wirklich grässlich”, fasst sie die Situation am Badestrand zusammen.

Kadaver sollen obduziert werden

Nachdem Caroline Lange den Vorfall auf Twitter geteilt hatte, setzte sie sich mit dem Naturschutzbund (Nabu) in Verbindung. Thorsten Werner, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Nabu-Projektbüro Meeresschutz in Stralsund, kann nach Vorlage der Bilder allerdings noch keine Ferndiagnose aussprechen. "Äußerlich sehen die Vögel aber unversehrt aus”, sagte er.

Für eine genauere Bestimmung der Todesursache sei eine Obduktion der Kadaver notwendig, erläuterte der Wissenschaftler. Der Nabu hat den Leichenfund inzwischen zur Analyse an die Untere Naturschutzbehörde weitergeleitet. Auch das zuständige Veterinäramt wurde über den Vorfall informiert.

Der Amtstierarzt war inzwischen am Strand und hat drei der Kadavar zur Untersuchung nach Rostock geschickt, erklärte Kreissprecher Achim Froitzheim am Mittwoch. Im Labor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (Lallf) sollen die Tiere darauf untersucht werden, ob sie möglicherweise an Vogelgrippe starben, hieß es aus dem Amt.

Vor Freitag könne allerdings nicht mit Ergebnissen gerechnet werden. Aktuell kann über die Todesursache also weiter nur gemutmaßt werden. Von Fischernetzen bis Erkrankungen sei vieles denkbar, sagte Froitzheim.

Vergiftung durch Blaualgen möglich

„Es ist in jedem Fall sehr ungewöhnlich, wenn 14 tote Tiere zusammen gefunden werden”, betonte Thorsten Werner. Unter diesen Umständen wäre auch ein Abschuss der Tiere denkbar. Dafür müssten sich aber Schussverletzungen an den Körpern nachweisen lassen.

Eine andere Möglichkeit wäre eine Vergiftung mit Blaualgen, erklärte der Biologe schon am Dienstag. Auch ein natürlicher Tod der Tiere könne zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausgeschlossen werden. An sich leide der Kormoran aber nicht unter den aktuell hohen Wassertemperaturen, so Werner.

Nord Stream 2 belastet Tierwelt am Strand

Gahlkow liegt am Greifswalder Bodden und damit auch im Einzugsgebiet von Nord Stream 2. Die Trassenführung des Großbauprojektes führt durch fünf Meeresnaturschutzgebiete, wozu auch Europäische Vogelschutzberichte gehören, wie der Nabu kritisierte. Die massiven Schmierfettbelastungen, die im Umfeld der Bauarbeiten entstanden, belasten schon seit Langem die Tier- und Pflanzenwelt.

Dass die Kormorane am Verzehr von Schmierfett verstarben, hält Thorsten Werner aber für "äußerst unwahrscheinlich”. Zumal die betroffenen Uferbereiche inzwischen auch wieder gesäubert wurden, erklärte er. „Ein direkter Bezug ist dennoch nicht auszuschließen”, so der Wissenschaftler.

Diese Nachricht wurde am Mittwoch, 8. August 20018, aktualisiert.

Kommentare (2)

gibt es mehr als genug! Wären es seltene Uferschwalben, Braunkehlchen, Bekassinen, Wiedehopfe oder Schleiereulen, ja dann...

Sehr geehrter Herr Kraft, sie haben in ihrer Ursachenaufzählung noch die Bauern vergessen. Laut Medien sind die doch immer an allen Umwelt Schäden Schuld. Nichts desto trotz braucht niemand wegen 14 Kormorane so einen Aufriss veranstalten. Von den Viechern gibt's wahrlich genug und die richten auch enormen Schaden bei den Fischbeständen und bei Uferbäumen an . Es gab Zeiten als man sich noch freute ,diese damals noch seltenen Vögel zu sehen. Aber mittlerweile sind sie eine Plage.