Urlaubszahlen
Tourismus in MV kämpft mit Polen und Schleswig-Holstein

MV will als Reiseland weiter punkten und der wachsenden Konkurrenz im Ostseeraum das Feld nicht kampflos überlassen.
MV will als Reiseland weiter punkten und der wachsenden Konkurrenz im Ostseeraum das Feld nicht kampflos überlassen.
Stefan Sauer

Erst gab es Kritik an geschönten Urlaubszahlen, dann machte ein zweites Konzept zum Tourismus die Runde – jetzt prescht Wirtschaftsminister Glawe nach vorne.

Mecklenburg-Vorpommern will als Reiseland weiter punkten und der wachsenden Konkurrenz im Ostseeraum das Feld nicht kampflos überlassen. Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) legt dazu am Dienstag im Kabinett das neue Landestourismuskonzept vor und informiert am Mittag die Öffentlichkeit über seine Pläne. Nach Jahren des Wachstums hatte der Tourismus im verregneten Vorjahr im Nordosten erstmals wieder Einbußen verzeichnet und dabei erkennen müssen, wie stark er vom Wetter abhängig ist.

Glawe setzt auf Investitionen, mit deren Hilfe die Angebotspalette größer und die Auslastung auch außerhalb der Sommersaison besser werden. Die Mittel dafür sollen unter anderem die Fremdenverkehrsbetriebe und die betroffenen Gemeinden selbst aufbringen. Änderungen am Kurort- und am Kommunalabgabengesetz sollen mittelfristig für höhere Einnahmen sorgen.

2017 leichter Rückgang bei Übernachtungszahlen

Laut Wirtschaftsministerium trägt der Fremdenverkehr in Mecklenburg-Vorpommern 12 Prozent zum Bruttoinlandprodukt bei, doppelt so viel wie in den meisten anderen Ländern. Fast jeder fünfte Arbeitsplatz hängt am Tourismus. 2017 hatte es bei den Gäste- und Übernachtungszahlen nach mehreren Rekordjahren in Folge einen leichten Rückgang gegeben. Nach dem sonnenreichen Sommer erwarten Fachleute für 2018 wieder einen spürbaren Gästezuwachs.

Als der „echte Norden” macht Schleswig-Holstein dem Tourismusland Mecklenburg-Vorpommern seinen Rang streitig. Und an der polnischen Ostseeküste entwickelt sich der Fremdenverkehr derzeit auch recht dynamisch.

Derweil tobt in MV ein Richtungsstreit in Politik und Verbänden zur Zukunft des Tourismus. Hauptakteure: Auf der einen Seite Reinhard Meyer aus der SPD-geführten Staatskanzlei, als ehemaliger Wirtschaftsminister in Schleswig-Holstein ist er bestens mit der Tourismusproblematik vertraut und fordert, das Thema Tourismus als Wirtschaftsfaktor Nummer in MV zur Chefsache zu machen. Auf der anderen Seite das CDU-geführte Wirtschaftsministerium mit Harry Glawe, der weiter den bisher dort angesiedelten Tourismusbereich auch in seinen Reihen behalten möchte.

Verband zaubert neues Konzept aus dem Hut

Und: Nach Informationen des Nordkurier macht plötzlich ein zweites Papier in Teilen der Tourismusbranche die Runde. Kurz vor dem Tourismustag in Wismar am 29. November hat der Landestourismusverband MV ein „Konzept TMV 2025“ aus dem Hut gezaubert. Federführend bei dem Konzept soll deren Präsident Wolfgang Waldmüller sein – als CDU-Landtagsabgeordneter und wirtschaftspolitischer Sprecher dem Wirtschaftsministerium durchaus eng verbunden.

„Konzept TMV 2025“ – ein Konkurrenzpapier zur Landestourismuskonzeption? Nach Nordkurier-Recherchen regt sich in den regionalen Tourismusorganisationen Widerstand gegen das kurzfristige Konzept aus dem Landestourismusverband. Tenor an der Basis: Das „TMV 2025“ sei inhaltlich das Gegenteil von dem, was sich die Arbeitsebene (Tourismusorte /regionale Tourismusverbände) von der Landestourismuskonzeption erhofft und in jeweiligen Stellungnahmen zum Besten gegeben hätten. Viele regionale Tourismusverbände würden es gerne sehen, wenn der Tourismus eher in der Staatskanzlei zentral aufgehängt sei.

Kommentare (1)

Seit einiger Zeit fahren wir an die polnische Ostseeküste,dort werden wir nicht so unverschämt mit der Kurtaxe belastet und in den polnischen Badeorten,wird auch mehr für die Touristen geboten. Auch gegenüber von Usedom und Rügen,gibt es noch einen Geldvorteil.