LINKE-KRITIK

Tourismus-Konzept in MV liegt als „totes Papier“ herum

Der Tourismus ist eines der wichtigsten wirtschaftlichen Standbeine in MV. Doch hinter den Kulissen brodelt es. Pünktlich zur Landtagssitzung attackiert die Linke die Landesregierung.
Andreas Becker Andreas Becker
Die Linke kritisiert das Tourismuskonzept der Landesregierung.
Die Linke kritisiert das Tourismuskonzept der Landesregierung. Bernd Wüstneck
Schwerin.

Simone Oldenburg wundert sich. „Jetzt wollen SPD und CDU per Antrag im Landtag den Reittourismus stärken – obwohl der in der vor einem Jahr verabschiedeten Landestourismuskonzeption überhaupt keine Rolle spielt“, sagt die Vorsitzende der Linksfraktion im Schweriner Landtag. Und greift genüsslich in die Wunde der Landesregierung: „Vor fast genau einem Jahr wurde die neue Tourismuskonzeption mit großen Brimborium verabschiedet, jetzt liegt sie als totes Papier herum.“ Die Große Koalition bespiele also lieber ein Nischenthema statt beherzt die Finanzierung der Tourismusbranche auf zukunftssichere Beine zu stellen.

Mit ihrer Kritik steht Oldenburg offenbar nicht allein da. Grundlage der Angriffe der Linken in Richtung Landesregierung ist eine gemeinsame Beratung mit Landestourismusverband, Einzelhandelsverband sowie Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga). „Die Verbände und meine Fraktion fordern die Landesregierung auf, endlich zu handeln und Klarheit zu schaffen. Wie soll beispielsweise mit der Kurtaxe verfahren werden, die zum Teil absurde Blüten treibt und etwa Einheimische zur Kasse bittet, wenn diese im benachbarten Kurort Kaffee trinken gehen?“

Zu klären wäre aus Sicht der Verbände und Linksfraktion, wie sich eine touristische Region definiert und welche Projekte und Vorhaben gefördert werden sollen. Selbstläufer wie die Kaiserbäder auf Usedom hätten andere Bedarfe als touristische Regionen im Binnenland. Erforderlich sei laut Oldenburg ein Gutachten über die touristischen Strukturen im ganzen Land – auch als Grundlage für Kooperationen zwischen den verschiedenen Regionen.

Erschwerend komme nach Einschätzung der Fraktionschefin hinzu, dass es Kompetenzstreitigkeiten zwischen CDU-Wirtschaftsminister Harry Glawe und SPD-Finanzminister Reinhard Meyer gebe. Letzterer ist seit Jahren Chef des Deutschen Tourismusverbandes und hat als ehemaliger Wirtschaftsminister in Schleswig-Holstein gezeigt, dass er den Tourismus entscheidend nach vorne bringen kann. Rein formal aber ist der Tourismus in MV bei Glawe angesiedelt. „Glawe muss das Tourismuskonzept umsetzen. Allerdings ist außer der Einrichtung einer Stabstelle Tourismusfinanzierung bisher nicht viel zu sehen und zu hören“, kritisiert Oldenburg. Die Linkspolitikerin vermutet, dass es der Landesregierung am Elan und politischen Willen fehle. Es sei ein fataler Fehler, den Tourismus in MV als Selbstläufer einzuschätzen. „Mittlerweile läuft MV bei der Finanzierung des Tourismus anderen Ländern hinterher“, konstatiert Oldenburg.

Sei Aschenbrödel! - Dein personalisierbares Märchenbuch zum Film!

Das DDR Witzbuch

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Schwerin

zur Homepage