CORONA-PANDEMIE

Tourismusbranche fordert Luca-App für MV

Thüringen macht es vor: Nach dem Willen des Tourismusverbandes sollte auch die MV-Regierung die Luca-App einsetzen. Was kann die App und welche Chancen bietet sie?
dpa
Die Luca-App könnte eine Chance für den Tourismus in MV sein (Archivbild).
Die Luca-App könnte eine Chance für den Tourismus in MV sein (Archivbild). Christoph Dernbach
Rostock ·

Der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern hat die Landesregierung aufgerufen, die Lizenz für die sogenannte Luca-App zu kaufen. Damit könne die Dokumentationspflicht der Kontakte in touristischen Bereichen, Restaurants und Kulturstätten sowie die Nachverfolgung nach einer Infektion erleichtert werden.

Mehr lesen: Corona-Werte der Ämter sollen über Schulöffnungen entscheiden

„Die digitale Nachverfolgung gehört zur Strategie dazu”, sagte der Geschäftsführer des Landestourismusverbands, Tobias Woitendorf, am Donnerstag. Er verwies auf Thüringen. Dort hatte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) Mittwochnacht angekündigt, dass die App in Thüringen jetzt flächendeckend eingesetzt werde. Auch Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) hatte sich bereits offen für solche digitalen Lösungen gezeigt – als Unterstützung der Corona-Warn-App.

„Der Tourismus ist am Ende der der Nahrungskette”

Die Branche sei völlig ernüchtert, sagte Woitendorf. „Wir haben gesehen, dass der Tourismus bundesweit keine wichtige Rolle spielt.” Die Konferenz von Bund und Ländern hatte am Mittwoch über eine Öffnung keine Entscheidung getroffen. „Es ist das schlechte Ergebnis geworden, das sich angedeutet hat: Der Tourismus ist am Ende der Nahrungskette.” Diese Beschlusslage sei nicht vermittelbar.

Mehr lesen: Wirtschaft in MV schwer enttäuscht nach Corona-Gipfel

Die norddeutschen Länder, zumindest Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein als touristische Zugpferde, sollten einen eigenen verantwortungsvollen Modellweg für sicheres Reisen gehen, sagte Woitendorf. Dazu gehörten Stufen, Schutzstandards, Tests und digitale Nachverfolgung. Die entsprechenden Konzepte liegen vor und können sofort länderübergreifend abgestimmt werden.

Was ist die Luca-App?

Smudo von den Fantastischen Vier (52) sieht das von ihm mitentwickelte System „Luca” als einen der Schlüssel, um das gesellschaftliche Leben wieder hochzufahren. „Ich bin davon überzeugt, dass „Luca” uns in Kombination mit Testungen, der Corona-App und den AHA-Regeln in ein immer normaleres Leben führen wird”, sagte er vor Kurzem. „Für uns ist das eine reelle Öffnungsstrategie.”

Mehr lesen: Sonntagsöffnung der Geschäfte als Konjunktur-Motor?

Der Musiker („Tag am Meer”, „Zusammen”), der eigentlich Michael Schmidt heißt, wirbt derzeit bei Behörden und Politikern um sein System der Kontaktnachverfolgung. Mit dem System einer App und verschlüsselten QR-Codes könnten etwa Besucher von Restaurants oder Kinos digital einchecken. Bei einer Corona-Infektion fänden die angeschlossenen Gesundheitsämter schneller entsprechende Kontaktpersonen.

Das System könnte langfristig auch bei Musikveranstaltungen zum Einsatz kommen. „Konzerte sind natürlich der Endgegner. Körper an Körper zu stehen und einem Künstler zuzujubeln, das wird bis nächstes Jahr bestimmt nicht funktionieren. Das ist meine persönliche Einschätzung”, erklärte Smudo weiter.

Mehr lesen: Über 80 und noch kein Impftermin – wie geht es weiter?

Corona-Update per Mail

Der tägliche Überblick über die Fallzahlen, aktuellen Regelungen und neuen Entwicklungen rund um das Corona-Virus in Mecklenburg, Vorpommern und der Uckermark. Jetzt kostenfrei anmelden!

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Rostock

zur Homepage

Kommentare (1)

Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern fordert vom Land unser Steuergeld. Warum kauf der Tourismusverband diese App nicht selbst?