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Wenn nur Getestete und Geimpfte in Mecklenburg-Vorpommern übernachten oder Urlaub machen dürften, würde das den Tourismus zusätzlich belasten, befürchtet der Tourismusverein MV. Jens Büttner
2G oder 3G?

Tourismusverein MV warnt vor Lockdown-Light

Eine Verschärfung der 3G auf die 2G-Regel sei ein Nackenschlag für die Wirtschaft, warnt der Tourismusverein Mecklenburg-Vorpommern. In der Branche selbst tobt aber offenbar auch ein Machtkampf.
Schwerin

Die aktuelle Diskussion um 2G-Regeln im Gesundheits-und Pflegebereich könnte nach Einschätzung von Oliver Roeber, Vorsitzender des Tourismusvereins MV, nur ein Testballon sein, um das Modell unter dem Deckmantel „Lockdown-Light” auf weitere Bereiche auszudehnen. Roebers Befürchtung: „Wenn das so kommt, dann sei das ein Nackenschlag für die gesamte Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern”.

Nach zwei mageren Tourismusjahren benötige die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern Impulse und Unterstützung, um Gäste zurückzugewinnen. Eine Verschärfung von 3G auf 2G sei das falsche Signal und grenze einen wichtigen Gästeanteil aus, sagt der Tourismusexperte, der selbst Ferienwohnungen vermietet. „Denn gerade im Winter benötigt MV jede Übernachtung. Es hängen nicht nur für Hoteliers und Privatvermieter die Einnahmen von anreisenden Gästen ab, sondern auch die Gastronomie und der Einzelhandel benötigen jeden Euro, um die Vorjahresverluste abzufedern und über den anstehenden Winter zu kommen.” Das bisherige System „Test bei Anreise” habe sich bewährt und benötigt keine Erweiterung, so Roeber.

„Wenn man das sowieso schon magere Wintergeschäft noch einmal um die Nichtgeimpften reduziert, kommt dies einem Teillockdown (ohne Überbrückungshilfe) gleich”, heißt es aus dem Tourismusverein.

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2G in MV seit Oktober möglich

In Mecklenburg-Vorpommern ist seit Anfang Oktober ein 2G-Options-Modell eingeführt worden. Das bedeutet: Veranstalter, Gastronomen und Einzelhändler (sofern diese nicht zum Grundbedarf gehören) können für ihre Veranstaltungen, Lokale, Geschäfte und Einrichtungen ein 2G-Modell wählen.

Der vor wenigen Monaten neu gegründete Tourismusverein MV versteht sich nach eigenen Worten als eine Klammer für alle im Tourismus engagierten Menschen, wie etwa (Privat)-Vermieter, Gastronomen, Unternehmer und Kulturschaffende. Die Vermieter von Ferienwohnungen, Gewerbetreibende und Kleinunternehmen hätten daran einen Anteil von rund 80 Prozent und bildeten damit die Basis für den Tourismus von Mecklenburg-Vorpommern, betont der Verein, der gleichzeitig keinen Hehl daraus macht, dass er mit dem traditionellen Landestourismusverband und dessen Arbeit nicht immer einverstanden ist.

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17 Prozent der Beherberger wären für 2G

Dies gilt beispielsweise auch für das Thema 2G und 3G. Auf seiner Homepage weist der Landestourismusverband aktuell darauf hin, dass „jeder dritte Beherberger (35 Prozent) und sogar jeder zweite Freizeitanbieter die Wahl haben möchte, sich entweder für die 2- oder für die 3G-Regel entscheiden zu können. Insofern trägt die Tourismusbranche die Entscheidungen der Landesregierung für eine liberale und handhabbare 2G-Option mehrheitlich mit”.

Wenn Kapazitätsgrenzen und Abstandsregeln aufgehoben werden könnten, helfe dies gerade bei der Planung von Veranstaltungen und bei Indoor-Angeboten, erklärt dazu Tobias Woitendorf, Geschäftsführer im Landestourismusverband. Jeder zweite Beherberger möchte laut Umfrage des Landestourismusverbandes die 3G-Regel beibehalten, bei den Freizeitanbietern seien dies 37 Prozent. 17 Prozent der Beherberger sowie zwölf Prozent der Freizeitanbieter würden sich für die 2G-Regelung aussprechen.

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