1,96 MILLIONEN EURO

Trickbetrug in MV erreicht Rekordniveau

2020 war nicht nur das Jahr der Corona-Pandemie, sondern auch das Jahr der Trickbetrüger. Die meisten Senioren fallen nicht auf Enkeltrick und Co. herein – dennoch ist der Schaden oft groß.
dpa
Schwerin ·

Trickbetrüger haben 2020 in Mecklenburg-Vorpommern so viel Geld erbeutet wie noch nie. Wie das Landeskriminalamt in Rampe bei Schwerin am Donnerstag mitteilte, wurden die Geschädigten um insgesamt 1,96 Millionen Euro geprellt, etwa 400.000 Euro mehr als im Jahr 2019. Davon entfielen 1,1 Millionen Euro auf den Osten des Landes. Mit insgesamt 2657 angezeigten Fällen stieg diese Zahl um etwa 40 Prozent.

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Auch wenn die meisten älteren Bürger die unterschiedlichen Maschen durchschauten – in knapp 92 Prozent der Fälle lehnten die Senioren ab – klappte der Betrug 225 Mal. „Die Schadenssumme steigt seit Jahren”, sagte ein LKA-Sprecher. Die Aufklärung solcher Delikte sei sehr schwierig.

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Am häufigsten nutzten demnach Täter im vergangenen Jahr immer noch eine angebliche Verwandtschaft, wozu der klassische Enkeltrick zähle. Dies mache etwa ein Drittel aus. In fast jedem fünften Fall gaben sich Betrüger als Amtspersonen wie Polizisten oder Anwälte aus. Mit 22 Prozent kam die sogenannte Gewinnspielmasche noch häufiger vor.

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Immer öfter geben sich Betrüger als Verwandte aus, die einen Verkehrsunfall hatten und Geld für eine medizinische Behandlung oder eine Kaution bräuchten. Dies fasst die Polizei unter „Schockanrufe” zusammen. Vereinzelt versuchten Betrüger auch, einen positiven Corona-Test vorzutäuschen und dann Geld für eine Behandlung zu benötigen.

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