AIDS

Trotz Medikamenten sterben HIV-Betroffene in MV

Dank HIV-Medikamenten können Menschen meistens gut und lange mit dem Virus leben. Doch nicht in allen Fällen ist das möglich.
dpa
Aktuell leben in Meckelnburg-Vorpommern 870 Menschen mit der Diagnose  HIV. Das Gesundheitsministerium schätzt, dass es i
Aktuell leben in Meckelnburg-Vorpommern 870 Menschen mit der Diagnose HIV. Das Gesundheitsministerium schätzt, dass es insgesamt 1100 Betroffene im Land gibt. Fredrik von Erichsen
Schwerin ·

Trotz moderner Behandlungsmöglichkeiten sterben auch in Mecklenburg-Vorpommern Menschen noch an Aids. Für die Jahre 2017 und 2018 weist die Todesursachen-Statistik des Landes jeweils fünf Sterbefälle aus. Im Jahr 2016 erlagen demnach vier Menschen dem HI-Virus, im Jahr davor waren es drei. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Schwerin vom Montag infizieren sich jährlich schätzungsweise 60 Menschen im Nordosten neu mit dem Virus, im Jahr 2018 seien es 55 gewesen. Aktuell lebten in MV 870 Menschen mit einer diagnostizierten HIV-Infektion. Das Ministerium schätzt, dass es insgesamt etwa 1100 Betroffene im Land gibt.

HIV-Infizierte nicht stigmatisieren

Anlässlich des Welt-Aids-Tags an diesem Dienstag mahnte Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU), einer Diskriminierung von HIV-infizierten Menschen entgegenzuwirken. „Entscheidend ist, über die Erkrankung umfassend aufzuklären, um mögliche Vorurteile auszuräumen und eine Ausgrenzung zu vermeiden”, betonte er. Im Landesamt für Gesundheit und Soziales gebe es die Möglichkeit, sich mit Fragen zum Thema HIV und Aids sowie zu anderen sexuell übertragbaren Krankheiten beraten und sich auch testen zu lassen. Das Gespräch und die Untersuchung erfolgten anonym und kostenlos. Zudem gebe es ein landesweites Netz an Beratungs- und Anlaufstellen.

Zahl der Neuinfektionen gestiegen

In Deutschland stieg die Zahl der Neuinfektionen im vergangenen Jahr erstmals seit 2015, wie das Robert Koch-Institut (RKI) berichtete. Nach Schätzungen haben sich 2600 Menschen neu mit dem HI-Virus infiziert, 100 mehr als im Jahr zuvor. 380 Infizierte starben, seit Beginn der Epidemie in den 80er Jahren waren es knapp 30 000. Die RKI-Angaben beruhen auf Modellrechnungen, da HIV oftmals erst Jahre nach der Ansteckung diagnostiziert wird.

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96 Prozent der HIV-Infizierten in Deutschland erhalten demnach eine antiretrovirale Therapie. Sie ist laut RKI fast immer erfolgreich – die Menschen sind nicht mehr ansteckend. Allerdings würden rund ein Drittel der Diagnosen erst bei einem fortgeschrittenen Immundefekt gestellt, in etwa 15 Prozent erst mit dem Vollbild von Aids.

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