Die Linksfraktion schätzt, dass es neben den legalen Waffen in MV auch viele illegale bei Extremisten im Umlauf sind.
Die Linksfraktion schätzt, dass es neben den legalen Waffen in MV auch viele illegale bei Extremisten im Umlauf sind. Frank Leonhardt
Gefährlicher Trend

Über 200 Waffen legal in Händen von Extremisten

Rechtsextremisten und Reichsbürger in MV horten legal ein Arsenal an Schusswaffen. Auf 40 Besitzer von Waffenkarten kommen über 200 Waffen.
Schwerin

In Mecklenburg-Vorpommern sind mehr als 200 Waffen legal in Besitz von Extremisten. Wie das Innenministerium auf ein Kleine Anfrage der Linksfraktion (Kleine Anfrage als PDF) mitteile, haben nach derzeitigem Kenntnisstand im MV 26 Rechtsextremisten sowie 14 „Reichsbürger” und „Selbstverwalter” eine oder mehrere Waffenbesitzkarten.

Im Bereich Linksextremismus gibt es den Behörden zufolge eine Person mit Waffenbesitzkarte, sie verfügt jedoch nicht über eine Waffe. Die „Reichsbürger” und „Selbstverwalter” haben laut ihren Waffenbesitzkarten 101 Waffen, Rechtsextremisten sogar 125 Waffen.

Hohe Zahl an illegalen Waffen

„Diese Zahlen müssen die Zivilgesellschaft und die Sicherheitsbehörden aufschrecken lassen”, warnte am Mittwoch der Innenexperte der Linksfraktion, Peter Ritter. Vor allem die Kombination aus einer hohen Waffenaffinität und einer hohen Gewaltbereitschaft sei eine „ernstzunehmende Gefahr für ein friedliches Zusammenleben”.

Nach Einschätzung des Abgeordneten dürfte die tatsächliche Anzahl der Schusswaffen in diesen rechten „Szenen” um ein Vielfaches höher liegen. Zum einen räume die Landesregierung selbst ein, dass eine vollständige Auskunft aufgrund einer fehlenden Regelabfrage nicht möglich sei. Zudem müsse davon ausgegangen werden, dass in den „Kreisen der rechten Waffennarren” auch illegale und nicht registrierte Schusswaffen im Umlauf sind, gab Ritter zu bedenken.

Mehr Reichsbürger in MV

In Mecklenburg-Vorpommern wächst unterdessen die Zahl der sogenannten Reichsbürger und Selbstverwalter. Derzeit werden im Land rund 400 Personen dieser Szene zugerechnet, wie Innenminister Lorenz Caffier (CDU) dem NDR sagte. 2017 waren den Behörden lediglich 350 Anhänger bekannt. Nachdem ein „Reichsbürger” 2016 im bayerischen Georgensgmünd einen SEK-Beamten erschossen hatte, haben die Behörden begonnen, Anhängern dieser Szene besser zu erfassen und ihnen die waffenrechtlichen Erlaubnisse zu entziehen.

zur Homepage