Sturmtief „Benjamin”
Überspülte Straßen an Küsten in Mecklenburg-Vorpommern

In Wismar wurden mehrere Straßen überschwemmt.
In Wismar wurden mehrere Straßen überschwemmt.
Jens Büttner

Teile der Altstadt in Wismar wurden am Mittwoch überschwemmt. Anwohner wurden mit einer Sirene gewarnt. Trotzdem gab es keinen Panikmodus in MV.

Die zweite Sturmflut des Jahres 2019 hat an Mecklenburg-Vorpommerns Küsten nach ersten Einschätzungen keine größeren Schäden hinterlassen. In Wismar stieg das Wasser auf den Pegelstand von 6,38 Meter, 1,38 Meter höher als normal, sagte Stadtsprecher Marco Trunk am Mittwoch. Mit dem Schiffbauerdamm sei eine Straße gesperrt worden, diese Straße bleibe nur bis zu einer Wasserhöhe von 1,25 Meter über Normal trocken.

Über die Kaikante sei kein Wasser gekommen, dort muss das Wasser die Zusatzhöhe von 1,50 Meter erreichen. Soweit bekannt, seien in Wismar auch keine Autos im Wasser gestanden. „Es gibt keinen Panikmodus”, betonte Trunk, der nach dem abermaligen Hochwasser binnen weniger Tage nun Gummistiefel im Büro hat.

Trotzdem wurden mehrere Straßen überschwemmt. Am Mittwochmorgen kurz nach 7 Uhr warnte die Stadt Anwohner mit einer Sirene. Eine Straße und ein Parkplatz liefen voll Wasser, die Polizei sperrte die betroffenen Bereiche ab. Entspannung war im Landkreis Rostock zu spüren. Entlang der Küste seien keine Schäden aufgetreten, sagte Sprecher Michael Fengler.

Pegelstände sinken wieder

Der Meteorologe Stefan Kreibohm vom Wetterstudio Hiddensee bezeichnete die Sturmflutlage als nicht außergewöhnlich für Mecklenburg-Vorpommern. „Es bestand keine Gefahr, dass Größeres passiert.” Die Pegelstände würden nun wieder sinken, für Donnerstag sei auch wieder mit deutlich ruhigerem Wetter zu rechnen.

Als Sturmflut werden in der Ostsee Pegelstände von einem Meter bis 1,25 Meter bezeichnet. Bis 1,50 Meter handelt es sich um eine mittlere, bis zwei Meter um eine schwere und darüber um eine sehr schwere Sturmflut. In der vergangenen Woche waren am Wismarer Hafen bei einem Pegelstand von 1,84 Meter über Normal Straßen überflutet und ein Fußweg unterspült worden. Entlang der Küste waren teils schwere Schäden aufgetreten.