Hitze und Trockenheit

Umweltminister Backhaus ruft zum Wassersparen auf

In MV werden derzeit 10 bis 25 Prozent mehr Trinkwasser verbraucht als üblich. Wasserversorger verschieben Wartungsarbeiten an den Leitungen.
dpa
Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) rief zum sparsamen Umgang mit Wasser auf. Das betreffe vor allem die Bewässerung von Grünflächen.
Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) rief zum sparsamen Umgang mit Wasser auf. Das betreffe vor allem die Bewässerung von Grünflächen. Karl-Josef Hildenbrand
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Schwerin.

In Mecklenburg-Vorpommern werden nach Angaben des Umweltministeriums derzeit 10 bis 25 Prozent mehr Trinkwasser verbraucht als üblich. Alle Trinkwasserförder- und -aufbereitungsanlagen liefen auf Hochtouren, teilte das Ministerium am Mittwoch mit. Einige Wasserversorger meldeten bereits Rekordwerte, so in Rostock und Grevesmühlen. Die Unternehmen würden geplante Wartungsarbeiten wie Rohrnetzspülungen oder Behälterreinigungen verschieben.

Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) rief zum sparsamen Umgang mit Wasser auf. Das betreffe vor allem die Bewässerung von Grünflächen. Er riet, eher am frühen Morgen zu gießen als abends, wenn der Boden noch aufgeheizt sei und das Gießwasser verdunste. Viele Bäume und Sträucher könnten sich auch über einen langen Trockenzeitraum selbst aus tieferen Bodenschichten versorgen, der Rasen erhole sich wieder.

Täglich 2,13 Millionen Kubikmeter Grundwasser verfügbar

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es rund 50 Zweckverbände, Stadtwerke und andere Betreiber, die im Auftrag der Städte und Gemeinden die Trinkwasserversorgung des Landes mit rund 500 Wasserwerken sicherstellen. Mehr als 99 Prozent der Einwohner des Landes hätten Zugang zur öffentlichen Trinkwasserversorgung.

85 Prozent des Trinkwasserbedarfes im Land wird aus Grundwasser gedeckt, 15 Prozent aus Oberflächenwasser. Täglich stünden 2,13 Millionen Kubikmeter Grundwasser zur Verfügung. Gegenwärtig werde davon ein Drittel genutzt.

Derzeit erlebt Mecklenburg-Vorpommern die bisher heißesten Tage des Jahres. Am Mittwoch kamen vor allem im Landkreis Ludwigslust-Parchim die Menschen bei Temperaturen von bis zu 34 Grad ins Schwitzen. In Boizenburg an der Elbe wurde am späten Nachmittag der bis dahin höchste Wert des Tages im Nordosten mit 33,9 Grad erreicht, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Auch im restlichen Land stiegen die Spitzenwerte vielerorts über die 30-Grad-Marke. Und die Hitzewelle soll andauern.

Durchschnittswerte im Juli zwei Grad über dem Mittelwert

Die Durchschnittswerte in diesem Monat liegen laut DWD aber nur zwei Grad über dem Mittelwert – vor allem deshalb, weil es sich in den Nächten deutlich abkühle. Wegen des warmen Wetters ist die Ostsee aktuell deutlich wärmer als 20 Grad. Daher hatte das Landesamt für Gesundheit gesundheitlich angeschlagene Menschen davor gewarnt, dort zu schwimmen. Es könne wegen Vibrionen in seltenen Fällen zu tödlichen Infektionen kommen. Die Bakterien können im Salzwasser zur Gefahr werden und dringen etwa über offene Wunden in den Körper ein.

Die Müritz und die Mecklenburger Oberseen wie Plauer See, Fleesensee und Kölpinsee sind nach der wochenlangen Trockenheit halb leer – oder halb voll, wie der Gewässerkundler Toralf Henke sagte. «51 Prozent des bewirtschafteten Wasservolumens sind verbraucht”, präzisierte der Mitarbeiter des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt in Neubrandenburg. Damit seien die Wasserstände jetzt schon so niedrig wie sonst Mitte September. Zum Glück seien die Gewässer Anfang April übervoll gewesen.

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