Spektakuläres Naturschauspiel

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Und weiter bröckelt die Steilküste von Rügen

Nach starken Niederschlägen war es zu mehreren Abbrüchen an der Steilküste im Norden Rügens zwischen Saßnitz und dem Königsstuhl gekommen.
Nach starken Niederschlägen war es zu mehreren Abbrüchen an der Steilküste im Norden Rügens zwischen Saßnitz und dem Königsstuhl gekommen.
Ingolf Stodian

Spektakuläres Naturschauspiel am Kreidekliff: In den vergangenen Tagen stürzten Tausende Kubikmeter Sediment an der Steilküste Rügens in die Tiefe. Wanderer sollten vorsichtig sein, mahnt der Minister.

An Rügens Kreideküste ist es nach den starken Niederschlägen in den vergangenen Tagen zu mehreren Abbrüchen gekommen. Der größte Abbruch ereignete sich etwa in der Mitte der Strecke zwischen Königsstuhl und Sassnitz. Experten schätzen das Volumen auf rund 4000 Kubikmeter, wie das Umweltministerium am Mittwoch mitteilte.

Grund sei das über einen Bach strömende Niederschlagswasser, das aus einer eiszeitlichen, sandigen Sedimentschicht in der Kreide austritt. Nach Angaben des Ministeriums laufen dort aktuell pro Tag rund 50 Tonnen Wasser über das Steilufer in die Ostsee. Dabei werde Sediment ausgewaschen und das Kliff destabilisiert.

Kreideküste durch starken Regen instabil

Bei einem weiteren Abbruch rund 800 Meter weiter südlich stürzten rund 2000 Kubikmeter Kreide, Mergel und Sand in die Tiefe. An weiteren Stellen sei es zu Sedimentrutschungen gekommen. Verletzt wurde niemand.

Nach den starken Niederschlägen der vergangenen Monate sind laut Umweltministerium die Kliffs wassergesättigt und dadurch instabiler als in den Trockenphasen. Ranger hatten bereits vor einigen Tagen auf die Lage hingewiesen. Nach Angaben des Wetterdienstes Meteomedia auf der Insel Hiddensee fielen im Jahr 2017 an der Nordküste Rügen rund 656 Liter Regen pro Quadratmeter. Das seien etwa 120 Prozent des langjährigen Mittels.

Umweltminister Till Backhaus (SPD) mahnte angesichts der aktuellen Steilküsten-Abbrüche zur Vorsicht. Wanderer sollten die vorgeschriebenen Wege nicht verlassen. Aktive Kliffs wie am Königsstuhl gibt es auch bei Nienhagen, am Fischlandhochufer, am Dornbusch, in Sellin, Göhren, Zempin und Koserow. Hier seien Abbrüche am wahrscheinlichsten.