Theaterreform

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Ungeliebtes Staatstheater Nordost ist gestoppt

Landestheater in Neustrelitz
Landestheater in Neustrelitz
Bernd Wüstneck

Es wird erst einmal nichts mit der Fusion der Theater und Orchester im Osten von Mecklenburg-Vorpommern. Doch wie soll es jetzt weitergehen?

Es war ein lebhafte Diskussion am Montag in Schwerin. Eine Diskussion über die Zukunft der Theater und Orchester in Neubrandenburg, Neustrelitz, Stralsund und Greifswald, die mit einer Sensation endete: Die Theaterreform in der bisherigen Form wird ausgesetzt. Die Gesellschafter wollen gemeinsam mit dem Bildungsminister Kooperationsmodelle zwischen den Häusern ausloten, sagte Heiko Kärger (CDU), Landrat der Mecklenburgischen Seenplatte.

Damit steht fest, dass es erst einmal nichts wird mit dem großen Staatstheater Nordost, das die fusionierten Theater und Orchester im Osten von Mecklenburg-Vorpommern – ausgenommen das Theater Anklam – umfassen sollte. Vorgesehen war, dass das Land mindestens 51 Prozent der Anteile in der neuen Theatergesellschaft halten sollte. Wie die restlichen Anteile unter den Kommunen aufgeteilt werden, war offenbar einer der Streitpunkte zwischen den Vertretern der Theater und Orchester GmbH (TOG) Neubrandenburg/Neustrelitz und dem Theater Vorpommern (TVP) Stralsund/Greifswald.

Personal sollte mehr Geld bekommen

Ein weiterer Streitpunkt: Die Personalien für führende Positionen in der Geschäftsführung der TOG und dem künftigen Staatstheater. So stießen sich die TOG-Vertreter am Einfluss von TVP-Intendant Dirk Löschner, der nicht nur Generalintendant des Staatstheaters, sondern übergangsmäßig auch zweiter TOG-Geschäftsführer werden sollte.

In den Ofen gucken könnte nun das Personal der beiden Häuser. Im Zusammenhang mit der Reform sollten Schauspieler und Orchestermusiker irgendwann wieder nach Flächentarif bezahlt werden. Auch innerhalb des Kooperationsmodells werde eine bessere Bezahlung angestrebt, sagte Kärger. Einen Zeitrahmen könne er allerdings nicht nennen.