Lehrermangel

Uni Greifswald bildet jetzt Grundschullehrer aus

Ab diesem Semester werden an der Universität Greifswald Grundschullehrer ausgebildet. Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) sprach von einem wichtigen Schritt im Kampf gegen den Lehrermangel im Land.
Bettina Martin begrüßte heute die neuen Studierenden des Lehramtes für Grundschule an der Universität Gre
Bettina Martin begrüßte heute die neuen Studierenden des Lehramtes für Grundschule an der Universität Greifswald Philipp Schulz
Greifswald

Die ersten 75 Studierenden haben am Montag ihre Ausbildung zu Grundschullehrern an der Universität Greifswald begonnen. Sie konnten sich gegen rund 1000 weitere Bewerber durchsetzen und werden erstmals ab diesem Wintersemester in den Pflichtfächern Deutsch und Mathematik sowie zwei weiteren Wahlfächern unterrichtet. Die Ausbildung folgt dabei einem innovativen Ansatz.

200 Millionen Euro teures Schulpaket

Zur Begrüßung der neuen Studierenden war auch Bildungsministern Bettina Martin (SPD) in Greifswald. „Ich bin mir sicher, viele Absolventen werden sich für den Einstieg ins Berufsleben an einer Schule auf dem Land entscheiden, wenn sie schon während des Studiums dort erste praktische Erfahrungen machen konnten und die Attraktivität der Schulstandorte auf dem Land kennengelernt haben“, sagte sie.

Damit bezog sich Martin auf das neue System des Studiengangs, der Teil des 200-Millionen-Euro-Schulpakets der Landesregierung ist. Innovativ sei besonders der interaktive Praxistag ab dem ersten Semester. An diesen Tagen werden die Studierenden an einer von 31 Schulen in Vorpommern praktische Erfahrungen sammeln – von Anfang an. Sie erhalten bei den Einsätzen, die teilweise im Süden des Landes und im ländlichen Raum stattfinden, finanzielle Unterstützung. Am Ende des Studiums werden sie dann ein ganzes Semester an einer Grundschule verbringen.

Auch an der Universität Rostock wurden 50 neue Studienplätze für das Grundschullehramt geschaffen. Für diesen Bereich sind die Studienplätze im Land so verdoppelt worden. Zusammen mit dem neuen Studiengang Physik, der an der Universität Greifswald für weiterführende Schulen angeboten wird, ist das ein Befreiungsschlag gegen den Lehrermangel im Land.

Nur 260 von 380 ausgeschriebenen Stellen besetzt

Von den 380 ausgeschriebenen Stellen für Lehrer im Schulamtsbereich Greifswald, der die Kreise Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald umfasst, sind nur rund 260 besetzt worden. Martin betonte jedoch, dass die Kontingent-Stundentafeln aktuell eingehalten werden. Diese geben für jede Schulart vor, wie viele Jahreswochenstunden insgesamt in den Schuljahren bis zum Abschluss des Bildungsgangs zu erteilen sind. Zu Beginn des Schuljahres konnte das nicht an allen Schulen im Land gewährleistet werden.

Da es aber noch mindestens fünf Jahre dauern wird, bis die neuen Studierenden Lehrer sind, setzt Martin auf Seiteneinsteiger. Etwa zehn Prozent der gesamten Lehrerschaft wird aktuell durch fachfremde Kollegen abgedeckt.

 

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