STRAßENBAU

Uni Greifswald droht die Zwangsenteignung

Mehrere Millionen Euro will das Straßenbauamt Neustrelitz in den Bau von Radwegen investieren. In Greifswald sind drei Projekte vorgesehen. Doch dort droht deswegen Ärger.
Die Universität besitzt rund 8900 Hektar Wald- und Nutzfläche, davon sind rund 3000 Hektar Waldgebiet.
Die Universität besitzt rund 8900 Hektar Wald- und Nutzfläche, davon sind rund 3000 Hektar Waldgebiet. Gabriel Kords
Greifswald.

Der Universität in Greifswald droht ein jahrelanger Rechtsstreit mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern. Grund ist der geplante Bau von drei Radwegen, die von umliegenden Gemeinden in die Uni-Stadt führen sollen.

Diese Radwege würden aber Flächen berühren, die der Universität Greifswald gehören. Die Universität besitzt rund 8900 Hektar Wald- und Nutzfläche, davon sind rund 3000 Hektar Waldgebiet. Damit ist sie die Universität mit dem größten Grundbesitz in ganz Deutschland.

Nach Angaben von Jens Krage, Leiter des Straßenbauamtes Neustrelitz, sind bislang alle Gespräche über einen Erwerb der benötigten Flächen von der Uni gescheitert. „Es ist sehr bedenklich, dass sich die Universität so verweigert. Als öffentliche Institution gibt sie damit ein schlechtes Beispiel ab”, sagte Krage.

Nur die Uni stellt sich quer

Bei den Radwegen handelt sich um Trassen nordwestlich der Bundesstraße 109, südlich der B109 und um einen Weg auf der L261, die alle nach Greifswald hineinführen. Angesichts des zunehmenden Verkehrs in und um Greifswald betrachtet das Land diese Vorhaben als äußerst wichtig und scheut deshalb wohl auch nicht vor drastischen Maßnahmen.

Man hoffe noch auf eine Lösung, suche weiterhin das Gespräch mit der Uni. Aber, so Behördenchef Krage, wenn das nicht fruchte, werde man ein so genanntes Baurechtsverfahren einleiten, an deren Ende die Zwangsenteignung dieser Universitätsflächen stehe. „Mit allen anderen Grundstücksbesitzern in diesen Bereichen haben wir eine Einigung erzielen können, nur die Universität stellt sich quer. Die angebotenen Austauschflächen wurden abgelehnt”, sagte er.

Auch über einen möglichen Kauf der Flächen habe man sich nicht einigen können. In dem Zusammenhang wurden Stimmen laut, die der Universität vorwerfen, zu viel Geld für die Grundstücke zu verlangen. Das Problem sei, dass sich etwa die Hälfte der benötigten Flächen für den Radwegebau im Besitz der Universität befinden würden, so der Straßenbauamtschef.

Baustart für September geplant

Der Baustart für den ersten von drei Radwegen vom Greifswalder Ortsteil Groß Schönwalde bis kurz vor Hanshagen soll im September dieses Jahres erfolgen. Mehr als zwei Millionen Euro sind für die knapp sieben Kilometer lange Trasse vorgesehen. Der Termin ist jedoch wegen des Grundstücksstreits kaum noch zu halten. Ein Klageverfahren könnte sich über mehrere Jahre hinziehen, das könne aber niemand wollen, sagte Krage.

Jan Meßerschmidt, Sprecher der Universität Greifswald, sagte dem Nordkurier, dass es „unangemessen und nicht zielführend” sei, mit Zwangsenteignungen zu drohen. Über die angebotenen Austauschflächen wolle die Universität gern noch einmal reden, dabei gehe es nicht ums Geld. „Wir benötigen Flächen für Forschung und Lehre und dabei reden wir nicht über 200 Quadratmeter”, so Meßerschmidt. Es gehe um angemessene Austauschflächen. „Werden sie uns angeboten, können wir neu verhandeln”, sagte der Sprecher.

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