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Ursache für mysteriöses Blaumeisen-Sterben gefunden

Seit Monaten sterben deutschlandweit auffallend viele Blaumeisen – auch in Mecklenburg-Vorpommern. Wochenlang rätselten die Experten. Jetzt haben sie das Geheimnis gelüftet.
Warum sterben in Deutschland derzeit so viele Blaumeisen? Jetzt ist eine Antwort auf die Frage gefunden.
Warum sterben in Deutschland derzeit so viele Blaumeisen? Jetzt ist eine Antwort auf die Frage gefunden. Boris Roessler
Neubrandenburg.

Das mysteriöse Blaumeisensterben in Deutschland geht auf einen bakteriellen Krankheitserreger namens „Suttonella ornithocola” zurück.

Das Bakterium verursache bei den betroffenen Vögeln eine Lungenentzündung, für Menschen und Haustiere sei es nicht gefährlich. Dies gab der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) mit Verweis auf "„mehrere Landesuntersuchungsämter” bekannt (https://www.nabu.de/news/2020/04/27990.html). Damit sei „der mysteriöse Krankheitserreger, der das aktuelle Meisensterben” verursache, identifiziert.

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13.800 Fälle gemeldet

Den Angaben zufolge sei das Bakterium erst seit 1996 bekannt und wurde erstmals aus Großbritannien beschrieben. Seit Anfang März seien in Deutschland auffallend viele Blaumeisen beobachtet worden, die offensichtlich krank wirkten und kurz darauf verstarben. Der Nabu habe daher dazu aufgerufen, Verdachtsfälle zu melden. Bis vergangenen Dienstag seien innerhalb von nur zwölf Tagen 13.800 Fälle gemeldet worden, die etwa 26.000 Vögel beträfen.

Das Bakterium befällt vor allem kleine Meisenarten, von denen die Blaumeise mit Abstand am häufigsten in deutschen Gärten vorkommt, so der Nabu weiter. „Mutmaßlich dürften auch die selteneren Arten betroffen sein, wie zum Beispiel die eher auf den Wald beschränkten Tannen- und Haubenmeisen und vermutlich auch Sumpf- und Weidenmeisen.” Offensichtlich seltener betroffen seien die größeren Kohlmeisen.

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