ASTABBRUCH AUF FREILICHTBÜHNE

Ursache für Schweriner Unglück mit 29 Verletzten ist klar

Ende Juli stürzte ein Ast auf einen Bierwagen bei der Freilichtbühne Schwerin. 29 Menschen wurden teils schwer verletzt. Nun ergab ein Gutachten, dass das Unglück verhindert hätte werden können.
dpa
Philipp Schulz Philipp Schulz
29 wurden teils schwer verletzt, als ein Ast plötzlich auf einen Bierwagen stürzte.
29 wurden teils schwer verletzt, als ein Ast plötzlich auf einen Bierwagen stürzte. Jens Büttner
Schwerin.

Das durch einen herabstürzenden Ast auf der Freilichtbühne Schwerin verursachte Unglück vor 18 Tagen, bei dem 29 Menschen verletzten wurden, hätte möglicherweise durch eine fachmännische Baumschau verhindert werden können. Wie die Staatsanwaltschaft Schwerin am Mittwoch mitteilte, kam der durch sie beauftragte Sachverständige zu dem Ergebnis, dass der Abbruch auf eine ausgedehnte Holzzersetzung zurückzuführen ist. Eine auffällige Formierung der Stammbasis, das Rindenbild des Stammes sowie der Zustand der Gabelung in sechs bis acht Metern Höhe hätten nach Ansicht des Fachmannes Anlass gegeben, „den Baum einem qualifizierten Fachmann zur Beurteilung vorzustellen”.

Betreiber hatte zuvor Baumpflege durchgeführt

Das Unternehmen C & M Concert und Management ist Betreiber der Freilichtbühne Schwerin, entsprechend auch zuständig für die Grünpflege des Geländes. In einer schriftlichen Stellungnahme erklärt das Unternehmen kurz nach dem Unglück: „Wir lassen regelmäßig eine gründliche Baumpflege auf dem Gelände der Freilichtbühne durch eine Fachfirma für Garten- und Landschaftsbau durchführen.” Zuletzt soll das im Juni diesen Jahres passiert sein, unter Einbeziehung eines fachkundigen Baumexperten. Von morsch könne also nicht die Rede sein.

Bei dem Unglück Ende Juli war unmittelbar vor Beginn einer Open-Air-Veranstaltung ein etwa 18 Meter langer, stammgleicher Ast abgebrochen und auf einen dicht umlagerten Getränkestand gestürzt. Unter den Opfern waren auch mehrere Schwerverletzte, die länger im Krankenhaus behandelt werden mussten. Auf dem Gelände der Freilichtbühne waren zum Zeitpunkt des Unglücks rund 1000 Menschen.

Zuletzt hieß es, die Staatsanwaltschaft würde nicht gegen den Betreiber, sondern gegen Unbekannt ermitteln. „Wir wollen zeitnahe zu Ermittlungsergebnissen kommen," so die Schweriner Oberstaatsanwältin Claudia Lange. 

 

 

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Kommentare (1)

ist man immer schlauer! Eine alte Buche mit einer Krone wie ein Segel und ihrem schweren Holz ist immer tückisch. Wem soll man nun die Schuld geben für das Unvorhersehbare?