Gutachter-Ergebnis

Vermutlich defektes Bauteil schuld an Windrad-Absturz

Wie aus dem Nichts stürzte ein 70 Meter hoher Windradturm um. Experten vermuten, dass bei dem Unglück im Norden Vorpommerns vorher ein anderes Bauteil versagt hat. Das könnte zu einer Unwucht geführt haben.
Süderholz

Die Ursache für das Windradunglück bei Süderholz (Landkreis Vorpommern-Rügen) ist nach Ansicht von Experten vermutlich ein defektes Bauteil. Das haben erste Untersuchungen zweier Gutachter und anderer technischer Experten am Dienstag ergeben, sagte der Geschäftsführer der Betreiberfirma Ökofair Energie GmbH (Mettmann), Christian Herz.

Welches Bauteil im Einzelnen versagt habe und warum, das müsse noch geklärt werden. Die Experten hätten aber einen Anschlag oder eine Manipulation als Ursache ausgeschlossen. Das abgebrochene Windrad ist nach Angaben der Betreiberfirma wie der ganze Windpark regelmäßig untersucht und instandgehalten worden.

Zusammenhang mit Fall in Brandenburg?

„Wir prüfen auch, ob es einen Zusammenhang mit einem ähnlichen Fall im Jahr 2014 im Süden Brandenburgs gibt”, sagte Herz. Dort war vor zwei Jahren ein Windrad der gleichen Baureihe ebenfalls in einer Höhe von 30 Metern abgebrochen. Der Hersteller sei inzwischen vom Markt verschwunden. Die anderen Windräder waren dort zeitweise abgeschaltet, später aber wieder ans Netz genommen worden.

In Süderholz sollen die anderen 20 Windräder zunächst weiterlaufen, sagte Herz. Man werde alle Unterlagen dem Kreisbauamt übergeben.

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