Fall Yamen A.
Urteil in Prozess gegen mutmaßlichen Terroristen erwartet

Nach viermonatigem Prozess gegen den mutmaßlichen Terroristen Yamen A. will der Staatsschutzsenat am Oberlandesgericht Hamburg am Freitag sein Urteil verkünden.
Nach viermonatigem Prozess gegen den mutmaßlichen Terroristen Yamen A. will der Staatsschutzsenat am Oberlandesgericht Hamburg am Freitag sein Urteil verkünden.
Markus Scholz

Vier Monate dauerte der Prozess gegen den Syrer Yamen A., der vor einem Jahr in Schwerin festgenommen wurde. Er soll einen Anschlag mit einer Autobombe geplant haben.

Nach viermonatigem Prozess gegen den mutmaßlichen Terroristen Yamen A. will der Staatsschutzsenat am Oberlandesgericht Hamburg am Freitag sein Urteil verkünden. Der vor einem Jahr in Schwerin festgenommene Syrer ist wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat angeklagt. Nach Darstellung der Bundesanwaltschaft wollte der 20-Jährige mit einer Autobombe mehr als 200 Menschen töten oder verletzen und die „Ungläubigen” hart treffen.

Die Anklagebehörde hat sich für eine Haftstrafe von fünfeinhalb Jahren ausgesprochen. Der Verteidiger hat Freispruch gefordert. Yamen A. hat die Terrorvorwürfe bestritten. Er habe nie vorgehabt, einen Anschlag in Deutschland oder anderswo zu begehen, sagte er vor Gericht. Er habe an der Seite der Rebellen gegen Machthaber Baschar al-Assad in Syrien kämpfen wollen.

Sein Anwalt räumte ein, dass sein Mandant einmal in seiner Schweriner Wohnung versucht habe, den hochexplosiven Sprengstoff TATP herzustellen. Nach Angaben eines Gutachters hatte sich Yamen A. bereits genug Chemikalien und Bauteile für einen tödlichen Sprengsatz besorgt. TATP war auch bei den Anschlägen von Paris im November 2015, von Brüssel 2016 und Manchester 2017 eingesetzt worden.