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Usedomer Dehoga-Chef wettert gegen Muslime

Peter Drechsler will via Facebook den Einfluss der Muslime auf die demokratische Grundordnung kritisieren.
Peter Drechsler will via Facebook den Einfluss der Muslime auf die demokratische Grundordnung kritisieren.
NK-Archiv

Neben süßen Katzenbildern stehen auf der privaten Facebook-Seite von Peter Drechsler diskriminierende Einträge. Die kann auch ein MV-Minister lesen, der mit dem Dehoga-Funktionär in dem Netzwerk befreundet ist.

Islamfeindliche Sprüche und Witze über Türken und Frauen unter der Gürtellinie: Der Chef des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) für die Insel Usedom und Ostvorpommern, Peter Drechsler, sorgt mit solchen Einträgen auf seiner privaten Facebook-Seite für Wirbel. Viele, die immer weiter Toleranz und Offenheit predigten, hätten „den Muslim nicht verstanden“, schreibt Drechsler unter anderem. Dessen Ziel sei die Weltherrschaft.

Am Freitag hatte der Dehoga-Vorsitzende diesen Eintrag und auch den Witz, in dem Türken Sex mit Schafen unterstellt wird, wieder gelöscht. Zuvor hatte der NDR darüber berichtet. Der geschmacklose Witz über Frauen fand sich bis Redaktionsschluss jedoch noch auf der Seite. Ebenso gab es noch Verweise zu anderen Seiten mit islamfeindlichen Inhalten.

Deutliche Kritik kommt nun von einem der bekanntesten Hoteliers der Insel: „Das geht gar nicht. Es verträgt sich grundsätzlich nicht mit einer vernünftigen Haltung und es verträgt sich speziell nicht mit dem Tourismus“, sagte Gerd Schulz vom Strandhotel „Seerose“ in Kölpinsee. Schulz war lange Jahre auch Vorsitzender des Tourismusverbandes der Insel. „Auch in meinem Hotel habe ich beispielsweise Türken als Gäste. Da schäme ich mich für solche Äußerungen.“

Anders als Schulz steckt Tourismusminister Harry Glawe (CDU) hingegen lieber den Kopf in den Sand. Der Ressortchefs lehnte eine Stellungnahme ab. Energieminister Christian Pegel (SPD), der als Freund auf Drechslers Facebookseite registriert ist, reagierte ähnlich. Der Minister kenne die Äußerungen nicht, sagte ein Sprecher.

Private Äußerungen in einem öffentlichen Amt

Drechsler selbst sieht sich verfolgt: „Ich habe die Einträge gelöscht, um mich keinen weiteren Anfeindungen auszusetzen.“ Außerdem könne er nicht verstehen, warum um einen „Altherrenwitz so ein Theater gemacht wird.“ Der Dehoga-Chef wies den Vorwurf der Islamfeindlichkeit zurück. Sein Kritikpunkt sei vielmehr, dass Muslime versuchten, auf die freiheitliche und demokratische Ordnung Einfluss zu nehmen.

Der Präsident des Landesverbandes der Dehoga, Guido Zöllick, wollte eigenen Angaben zufolge nach einem bereits am Donnerstag geführten Telefonat nun das persönliche Gespräch mit dem Usedomer Regionalchef des Hotel- und Gaststättenverbandes suchen, um sich ein genaues Bild zu machen.