TROTZ KINDERSITZ IM AUTO

Vater lässt Sohn stehend auf Rückbank mitfahren

Nicht angeschnallt, dafür stehend auf der Rückbank: Ein Autofahrer in Hagenow ließ seinen Sohn so in seinem Wagen mitfahren. Dafür hatte er eine haarsträubende Erklärung.
Nicht angeschnallt, dafür stehend auf der Rückbank: Dieser Autofahrer ließ seinen Sohn so in seinem Wagen mitf
Nicht angeschnallt, dafür stehend auf der Rückbank: Dieser Autofahrer ließ seinen Sohn so in seinem Wagen mitfahren. Polizei Ludwigslust
Hagenow.

Selbst gestandenen Polizisten stellten sich bei diesem Anblick die Nackenhaare auf: Ein Vater ließ seinen etwa vierjährigen Sohn während der Fahrt auf der Rückbank seines Autos stehen.

Und das, obwohl die Polizei am Mittwoch ihre Schwerpunktkontrollen in Mecklenburg-Vorpommern zum Thema Ablenkung breit angekündigt hatte. Mehr als 100 Beamte sollten an mobilen und stationären Kontrollstellen im gesamten Land im Einsatz sein, um auf die zunehmenden Gefahren durch Ablenkung im Straßenverkehr aufmerksam zu machen. Auch der Nordkurier berichtete darüber.

Bei Kontrolle in Hagenow erwischt

In eine dieser Kontrollstellen rauschte am Mittwoch dann also auch der Vater mit seinem Sohn. Er wurde am Vormittag in Hagenow angehalten. Auf dem Foto oben ist zwar das stehende Auto zu sehen, aber mehrere Polizisten versicherten, dass der Mann genau so mit seinem Kind während der Fahrt unterwegs gewesen sei.

Nur wenige Zentimeter neben dem Kind ist der Kindersitz in dem Auto zu sehen – im Falle eines Unfalls also der mögliche Lebensretter. Der Kleine hielt sich stattdessen nur an der Vordersitzen fest und balancierte die Bewegungen des Autos aus.

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Auf die Frage der Polizei, warum das Kind nicht angeschnallt sei, sondern im Auto stehe, antwortete der Vater, dass der Junge unruhig gewesen sei und gequengelt habe. Daher habe er ihn aus dem Sitz geholt und ungesichert mitfahren lassen.

Vater war auch nicht angeschnallt

Der Vater diente auch nicht als gutes Vorbild, denn auch er war nicht angeschnallt. Ihn erwartet nun ein Bußgeldverfahren. Laut der Internetseite bussgeldkatalog.de drohen ihm dabei 30 Euro dafür, dass er selbst nicht angeschnallt war und zusätzlich mindestens 30 Euro wegen des nicht angeschnallten Kindes. Etwas uneindeutig ist die Regelung bezüglich des Kindersitzes. So verdoppelt sich das Bußgeld und es kommt ein Punkt in Flensburg dazu, wenn kein Kindersitz vorhanden ist beziehungsweise das Kind ohne jede Sicherung im Auto mitgefahren ist.

Bei der Kontrolle in Hagenow hat die Polizei innerhalb von vier Stunden trotz der Ankündigung insgesamt 35 Gurtverstöße und 15 Handyverstöße festgestellt.

Schwere Unfälle durch Ablenkung

Hintergrund der aktuellen Schwerpunktkontrolle im gesamten Juli ist nach Angaben einer Sprecherin, dass immer wieder Autos oder andere Verkehrsteilnehmer aus scheinbar unerklärlichen Gründen von der Fahrbahn abkommen und dann in schwere Unfälle verwickelt werden, wobei sich später herausstellt, dass ein Smartphone die Fahrer abgelenkt hatte.

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2019 waren landesweit knapp 12.500 Frauen und Männer mit einem Mobiltelefon am Steuer eines Wagens oder am Lenker eines Rades erwischt worden. Ertappte Autofahrer müssen mit 100 Euro Bußgeld und einem Punkt in der Verkehrssünderdatei rechnen – bei Gefährdung werden es 150 Euro und zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot; bei einem einem Unfall 200 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot. Radfahrer zahlen 55 Euro, wenn sie jemanden gefährden 75 Euro, wenn es zu einem Unfall kommt, kostet es die Radler 100 Euro.

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