„ERZIEHUNGSMAßNAHME”

Vater setzt Tochter (9) nachts auf Rügen aus

Weil seine kleine Tochter nicht schlafen wollte, setzte ihr Vater sie in Altefähr auf Rügen aus – um ihr zu zeigen, wie gut sie es zu Hause hat.
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In der Bahnhofstraße in Altefähr soll sich der Vorfall ereignet haben.
In der Bahnhofstraße in Altefähr soll sich der Vorfall ereignet haben. Ralph Sommer
Altefähr.

Die zweifelhafte Erziehungsmaßnahme eines Vaters hat auf Rügen die Polizei in Atem gehalten: Wie die Beamten mitteilten, wurden sie am Sonntagabend gegen 21 Uhr nach Altefähr auf Rügen gerufen. Dort hatte ein 9-jähriges Mädchen einem Anwohner mitgeteilt, sie sei soeben von ihrem Vater in den Ort gebracht und dort ausgesetzt worden.

Die Beamten hätten sich, so die Meldung weiter, daraufhin sofort nach Altefähr begeben, wo sich der Sachverhalt bestätigte. Die Beamten hätten das Kind daraufhin in Obhut genommen und mit ihm gerade wieder losfahren wollen, als die Eltern des Kindes auftauchten. Diese suchten bereits nach ihrem Kind.

Dem Mädchen zeigen, wie gut sie es zu Hause hat

Der Vater erklärte den verdutzten Beamten, er habe das Kind tatsächlich ausgesetzt, weil es nach längerem Zureden nicht habe einschlafen wollen. Auf diese Weise habe er dem Mädchen zeigen wollen, wie gut sie es zu Hause habe. Die Familie wohnte eigentlich in Stralsund, aber der Vater machte sich für das pädagogische Experiment eigens mit dem Mädchen auf den Weg nach Altefähr auf Rügen.

Der Vater beteuerte, er habe das Mädchen zwar in Altefähr aussteigen lassen und sich für einen kurzen Moment so weit entfernt, dass es ihn nicht mehr habe sehen können. Er sei aber sofort wieder umgedreht – doch da sei das Kind bereits verschwunden gewesen. Er habe es daraufhin zunächst allein gesucht, sei dann heimgefahren, um die Mutter zu holen und habe anschließend mit ihr zusammen die Suche wieder aufgenommen.

Nach Rücksprache mit Jugendamt: Kind bleibt bei Mutter

Nach Rücksprache mit dem Jugendamt übergab die Polizei das Kind zurück in die Obhut der Mutter. Auf den Vater kommt nun ein Strafverfahren zu. Es ist nicht der erste kuriose Eltern-Kind-Vorfall in jüngster Zeit: Erst vorige Woche war eine Mutter mit ihrem 11-jährigen Sohn in Demmin in einen Kiosk eingebrochen.

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Kommentare (7)

Einfach nur blöd sowas. Statt die Tochter in der Wildnis auszusetzen, sollte der Vater mal mit ihr vorher Sport treiben, damit sie besser einschlafen kann. Unsere Kinder von heute haben eine chronische Unterbewegung an der frischen Luft. Die nächste Stufe und da macht aber Politik und Pharma-Industrie voll mit, ist unsere Kinder mit Tabletten und Pillen abzufüllen, weil sie an ADHS leiden.

Diese Erziehungsmethode der Vaters ist wohl äußerst fraglich, kein Zweifel. Aber in interne Erziehung in Familien sollten sich keine Behörden einmischen! Das ist staatliche Gängelei . Deutschland ist ein freies Land. Angeblich.

Was bedeutet *Strenge* lt. Duden: Härte; Unerbittlichkeit; Stricktheit! Ich bin der Meinung, dass eine strenge Erziehung nichts mit Vernachlässigung zu tun hat. Heutzutage werden viele Kinder antiautoritär erzogen, was meiner Meinung nach nicht gut ist. Die Retourkutsche bekommen sie erst zu spüren, wenn alles zu spät ist. Es werden weder die Eltern noch die Lehrer oder andere Erwachsene respektiert, man muss sich nur die Statistiken der Jugenddelikte anschauen. Sicherlich gibt es andere erzieherische Maßnahmen, welche der Vater hätte machen können, aber wo war die Mutter zu dem Zeitpunkt und ziehen beide am gleichen Strang? Die Mutter trifft genau so ne Schuld!

Was bedeutet *Strenge* lt. Duden: Härte; Unerbittlichkeit; Stricktheit! Ich bin der Meinung, dass eine strenge Erziehung nichts mit Vernachlässigung zu tun hat. Heutzutage werden viele Kinder antiautoritär erzogen, was meiner Meinung nach nicht gut ist. Die Retourkutsche bekommen sie erst zu spüren, wenn alles zu spät ist. Es werden weder die Eltern noch die Lehrer oder andere Erwachsene respektiert, man muss sich nur die Statistiken der Jugenddelikte anschauen. Sicherlich gibt es andere erzieherische Maßnahmen, welche der Vater hätte machen können, aber wo war die Mutter zu dem Zeitpunkt und ziehen beide am gleichen Strang? Die Mutter trifft genau so ne Schuld!

Abgesehen von der (im juristischen Sinn!) "Kindeswohlgefährdung": WIE soll ein Kind weiterhin Vertrauen zu seinen Eltern haben, wenn es Angst haben muss, für irgendein kindliches "Vergehen" AUSGESETZT zu werden? Es wäre Aufagbe der Eltern gewesen, nachzufragen, warum das Kind nicht einschlafen konnte oder wollte. Waren es Ängste oder tagsüber Erlebtes? Dann redet man darüber, gibt dem Kind eine warme Milch und liest ihm etwas Beruhigendes vor. Oder man legt sich auch mal dazu. Nestwärme ist in dem Fall das Beste.

leider hat dies bei mir eine alte Wunde aufgerissen. Ich wurde im Alter von 5 Jahren ausgesetzt und vorher nachts aus dem Schlaf gerissen. Nur war in den 50-er Jahren kein Mensch da, der sich darum geschert hätte. Ich weiß auch bis heute nicht, was hinterher alles geschehen ist.
Meinen Kindern habe ich immer Nestwärme gegeben, was sie mir auch heute noch bestätigen.

Einschlafzwang gibt es in modernen Familien nicht mehr. Ab bestimmter Uhrzeit ist Ruhezeit. Zudem weiß ein Kind nicht, warum es nicht zur von den Eltern gewünschten Uhrzeit einschlafen kann.

Man kann nicht auf Kommando einschlafen