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Tochter geschüttelt

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Vater wegen Misshandlung seines Babys verurteilt

In Stralsund steht ein Vater vor Gericht, weil er sein Baby misshandelt haben soll (Symbolbild).
In Stralsund steht ein Vater vor Gericht, weil er sein Baby misshandelt haben soll (Symbolbild).
Stefan Sauer

Überraschende Wende im Misshandlungsprozess in Stralsund: Ein Vater aus Anklam hat gestanden, sein Baby geschüttelt zu haben. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Haftstrafe.

Im Prozess um die Misshandlung eines Babys hat der 30-jährige Vater aus Anklam ein Geständnis abgelegt. Er räumte am Donnerstag vor dem Landgericht Stralsund ein, das Kind im Oktober 2017 stark geschüttelt zu haben, als er mit seinen beiden Zwillingstöchtern allein war.

Er habe die dreimonatige Lena in alle Richtungen gedreht und geschüttelt, weil diese beim Trinken blau angelaufen sei und die Nahrung weder runtergeschluckt noch ausgespuckt habe. Als das Kind wieder geatmet habe, habe er es gewickelt, ins Bett gelegt und sei neben ihm eingeschlafen. „Ich wollte dem Kind nur helfen. Ich wollte es nie verletzen”, sagte der wegen Misshandlung angeklagte Mann unter Tränen.

Gericht verhängt Haftstrafe

Das Landgericht Stralsund sah es in seinem Urteil als erwiesen an, dass der Mann seine dreimonatige Tochter im Oktober 2017 heftig geschüttelt und dadurch lebensbedrohliche Verletzungen ausgelöst hat, die zu einer lebenslangen Behinderung des Mädchens führten.

Das Kind werde infolge der Tat kein erfülltes Leben, keine Kindheit, keine Pubertät, keine erste Liebe erleben dürfen, sagte die Vorsitzende Richterin Birgit Lange-Klepsch bei der Urteilsverkündung. Verurteilt wurde der Mann wegen schwerer Körperverletzung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu sechs Jahren Haft.

Die erschütternde Details im Prozess um das misshandelte Baby.