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Vergewaltiger war auf der Suche nach einer Bekannten

In Vorpommern war Schluss nach tagelanger Flucht. Pasewalker Polizisten stoppten den mutmaßlichen Mörder einer Schweizer Gefängnistherapeutin. Was wollte er hier?

Der Tatverdächtige Fabrice A. wird in Stettin in die Untersuchungshaft geführt.
Marcin Bielecki Der Tatverdächtige Fabrice A. wird in Stettin in die Untersuchungshaft geführt.

Der geflohene Häftling war offenbar auf der Suche nach einer Bekannten. Medien berichten, es handele sich um eine polnische Psychologin, die ihn in der Vergangenheit betreut hatte. 

Fabrice A. sitzt derzeit in Stettin in Untersuchungshaft. Nach Angaben der polnischen Behörden wurde der Franzose bislang noch nicht vernommen. Das Bezirksgericht werde über eine Auslieferung des 39-Jährigen an die Schweiz entscheiden. Ein offizielles Auslieferungsersuchen der Schweiz liege aber noch nicht vor.

Polizei wurde durch Kennzeichen und Wagentyp aufmerksam

Zwei Pasewalker Bundespolizisten hatten den weißen Citroen Berlingo des Opfers auf der Autobahn 11 Berlin-Stettin entdeckt, waren hinterhergefahren und hatten den gesuchten Mann um 15.20 Uhr am Sonntag gefasst. Nach Angaben einer Sprecherin der Bundespolizei wurden die Beamten durch den Wagentyp und das Schweizer Kennzeichen aufmerksam.

Der Zugriff geschah abseits der A11 im kleinen polnischen Kolbitzow (Kolbaskowo). Der als gefährlich eingestufte Mann ließ sich widerstandslos festnehmen. Er bestätigte sogar sofort, dass er der Gesuchte sei. Bei der Durchsuchung des Wagens wurde noch am Einsatzort die mutmaßliche Tatwaffe gefunden. Danach wurde der Mann der polnischen Polizei übergeben. Nach Berichten französischer Zeitungen habe der Sex-Täter anders ausgesehen als auf dem fünf Jahre alten Fahndungsfoto. Er habe stark zugenommen und eine andere Brille getragen.

Mann hat zwei Frauen brutal vergewaltigt

Der entflohene Häftling soll auf einem Freigang die 34-jährige Psychologin bei einem Ausflug zu einem Reiterhof bei Genf am Donnerstag erstochen haben. Seitdem war er auf der Flucht. Die Leiche der jungen Mutter war am Freitag gefunden worden.

Die Spur des Mannes war zunächst im Dreiländereck zwischen der Schweiz, Deutschland und Frankreich bei Lörrach verlorengegangen. Die Schweizer Staatsanwaltschaft hatte eine internationale Fahndung nach dem 39-Jährigen ausgelöst.

Der Franzose verbüßte in der Schweiz eine 20-jährige Haftstrafe, weil er in einem Wald bei Genf zwei Frauen brutal vergewaltigt hatte.

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