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Verkehrsexperten streiten über Moped-Führerschein ab 15

In Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt läuft seit Mai 2013 ein Modellversuch. Dort dürfen junge Leute ab 15 Jahren mit dem Mofa fahren. Die ersten Ergebnisse klingen vielversprechend.

Für Jugendliche ist es ein großes Stück Freiheit, aber nicht allen Experten gefällt der Moped-Führerschein ab 15.
Roland Weihrauch Für Jugendliche ist es ein großes Stück Freiheit, aber nicht allen Experten gefällt der Moped-Führerschein ab 15.

Seit Mai 2013 läuft in den alten Bundesländern, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt, ein Modellversuch mit dem Moped-Führerschein ab 15 Jahren. Jugendliche in diesem Alter dürfen damit Kleinkrafträder fahren, die höchstens 45 Kilometer pro Stunde schnell sind und einen Hubraum von maximal 50 Kubikzentimeter haben.

Mopedfahren ab 15 Jahren – dafür kann sich das Land Brandenburg bisher nicht erwärmen. Gerade auf Landstraßen sei mit schweren Unfällen zu rechnen, sagte Jens-Uwe Schade, Sprecher des Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft Brandenburg.

Aber nicht nur die Verkehrsexperten aus Potsdam reagieren zurückhaltend. Auch in Mecklenburg-Vorpommern sind die Experten skeptisch. Bevor der Moped-Führerschein mit 15 in MV eingeführt wird, sollte das Ergebnis des Modellversuchs im Jahr 2018 abgewartet werden.

Für die Dekra ist der Modellversuch jedoch jetzt schon eine Erfolgsgeschichte. In Sachsen seien in den vergangenen eineinhalb Jahren weniger getötete und verletzte Kleinkraftrad-Fahrer gezählt worden als zuvor.
Mit dem Moped-Führerschein ab 15 werde das Bewusstsein für Gefahren bei Jugendlichen viel früher gestärkt, sagte Dekra-Sprecher Wolfgang Siegloch. Dadurch kämen die jungen Leute in der Fahrpraxis einfach besser zurecht.