Linksextremistische Tat

:

Vermummte Täter verprügeln Mann in Rostock

Die Täter sind aus einem Gebüsch gesprungen und gingen mit einem Schlagstock auf den Mann los.
Die Täter sind aus einem Gebüsch gesprungen und gingen mit einem Schlagstock auf den Mann los.
Jan-Philipp Strobel

Mit einem Schlagstock haben fünf bis sechs Vermummte einen Mann zusammengeschlagen. Sie beschimpften ihn als „Nazischwein”. Der Staatsschutz ermittelt.

Mehrere Vermummte haben in Rostock nach Polizeiangaben einen 30-Jährigen angegriffen und zusammengeschlagen. Das Opfer erlitt bei dem Angriff am späten Dienstagabend mehrere Brüche, eine Platzwunde am Kopf und Hämatome am Körper, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte.

Den Angaben zufolge waren etwa fünf bis sechs Vermummte aus einem Gebüsch gesprungen und mit einem Schlagstock auf den Mann losgegangen. Selbst als dieser am Boden lag, schlugen und traten die Täter demnach weiter auf ihn ein und beschimpften den Mann als „Nazischwein”.

Die Angreifer nahmen ihrem Opfer ein Schlüsselbund ab und flüchteten. Die Polizei geht von einer politisch motivierten Tat aus, der Staatsschutz ermittelt. Die Ermittler suchen Zeugen, die Hinweise zu der Tat geben können.

Deutlich mehr rechtsextremistische Straftaten

In der politischen Kriminalität überwiegen deutlich die rechtsextremistischen Straftatene. Im ersten Quartal habe das Innenministerium 169 Fälle im Phänomenbereich „Rechts” und 19 im Phänomenbereich „links” verzeichnet. Das gehe aus der Antwort des Innenministeriums auf eine Kleine Anfrage hervor.

Am Dienstag stellte Innenminister Horst Seehofer (CSU) die aktuelle Kriminalitätsstatistik vor. Die gesondert erfasste politisch motivierte Kriminalität ging erstmals seit 2012 wieder zurück. Im vergangenen Jahr registrierten die Sicherheitsbehörden in diesem Bereich bundesweit 39 505 Straftaten, 4,9 Prozent weniger als 2016. Bei den Gewalttaten mit politischem Hintergrund war der Rückgang um 12,9 Prozent auf 3754 Straftaten sogar noch stärker. Dass die Zahl der Gewaltdelikte durch Vertreter der linken Szene im vergangenen Jahr um mehr als 15 Prozent auf 1967 Fälle stieg, hat vor allem mit den Krawallen rund um den G20-Gipfel im Sommer in Hamburg zu tun.

Der innenpolitische Sprecher der Fraktion, Peter Ritter, sagte: „Der von bestimmten politischen Kreisen gern geforderte Kurswechsel in der politischen Auseinandersetzung mit politischer Kriminalität und Gewalt entbehrt weiterhin jeglicher Grundlage.”