Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns hat angesichts steigender Infektionszahlen schärfere Maßnahmen im Kampf
Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns hat angesichts steigender Infektionszahlen schärfere Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie beschlossen. Jens Büttner
Schulen, Masken, Alkohol

Verschärfte Corona-Schutzmaßnahmen – Das ändert sich in MV

MV hat angesichts steigender Infektionszahlen schärfere Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie beschlossen. Damit sind zahlreiche Änderungen verbunden. Eine Übersicht.
dpa
Schwerin

In Mecklenburg-Vorpommern gelten verschärfte Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Infektionen. Nach einem Beschluss des Kabinetts vom Dienstag müssen Menschen nun auch auf häufiger frequentierten Plätzen oder Straßen Mundschutz tragen. Landkreise und Städte würden diese konkret benennen, hieß es.

+++ Aktualisieurungen (Stand Donnerstag, 10. Dezember) +++

Um Menschenansammlungen vor Läden oder an Glühweinständen zu verhindern, ist der Ausschank von Alkohol in der Öffentlichkeit untersagt. Für Pflegeheime, in denen es zuletzt häufiger zu Corona-Ansteckungen gekommen war, gelten verschärfte Schutzvorschriften. So dürfen Bewohner nur noch von jeweils einem Angehörigen am Tag besucht werden.

+++ Aktualisieurungen (Stand Mittwoch, 9. Dezember) +++

 

Schule von zu Hause aus

An den Schulen im Land beginnen die Vorbereitungen für die Zeit nach den Feiertagen. Denn Schüler ab der 7. Klasse sollen in der ersten Januarwoche per Internet zu Hause unterrichtet werden oder Aufgaben bekommen. Der Unterricht für die Jahrgangsstufen 1 bis 6 soll weiter in der Schule stattfinden und am 4. Januar beginnen.

+++ Hinweis: Im Infokasten unter diesem Artikel sind alle neuen Corona-Schutzmaßnahmen in MV kurz zusammengefasst. +++

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hatte die Verschärfung der Schutzvorkehrungen mit den auch im Land hohen Infektionszahlen begründet. „Wir sind jetzt auch Risikogebiet”, sagte sie. Für einen harten Lockdown mit Laden- und Schulschließungen sehe sie derzeit für Mecklenburg-Vorpommern aber keine Notwendigkeit.

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Zwar sei auch im Nordosten die Sieben-Tage-Inzidenz – die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche – über 50 gestiegen. Doch sei das Land damit weit entfernt von der Situation etwa in Sachsen mit einer Inzidenz von über 300, betonte Schwesig.

228 neue Corona-Infektionen an einem Tag

Allerdings verzeichnete Mecklenburg-Vorpommern am Dienstag weitere 228 Corona-Infektionen. Das ist der höchste Tageszuwachs für den Nordosten seit Beginn der Pandemie im Frühjahr, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock bestätigte.

Acht weitere Menschen seien im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben. Damit stieg im Land die Zahl der registrierten Todesfälle auf 86. Die Sieben-Tage-Inzidenz erhöhte sich deutlich, auf landesweit nunmehr 57,6 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche.

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Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) erneuerte angesichts der weiter steigenden Fallzahlen seinen Appell an die Bevölkerung, Disziplin bei der Umsetzung der Schutzmaßnahmen zu wahren. „Viele halten sich an die Vorgaben, es reichen allerdings wenige, damit das Virus sich weiter ausbreiten kann”, betonte der Gesundheitsminister.

Innenminister Torsten Renz (CDU) kündigte verstärkte Kontrollen zur Einhaltung der Corona-Schutzvorkehrungen an. Die Beamten würden insbesondere an den Samstagen in den Einkaufsstraßen hohe Präsenz zeigen.

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+++ Das ändert sich in Mecklenburg-Vorpommern +++

Schulen

Nach den Weihnachtsferien sollen Schüler ab der 7. Klasse per Internet von zu Hause aus lernen. Dies gilt zunächst für die erste Januarwoche. Der Unterricht für die Jahrgangsstufen 1 bis 6 soll weiterhin in der Schule stattfinden und regulär nach Ende der Ferien am 4. Januar beginnen. Lehrer sollen dort auch im Unterricht einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

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Ab Donnerstag werden zudem im ganzen Landkreis Mecklenburgische Seenplatte die Sporthallen geschlossen. Darüber hinaus ordnete der Landrat auch in den Amtsbereichen Stavenhagen und Röbel-Müritz die Maskenpflicht für Schüler ab der fünften Klasse sowie Wechselunterricht an, bei dem immer nur ein Teil der Klasse anwesend ist und ein zweiter im Distanzunterricht. Bislang galten diese Einschränkungen nur für Woldegk, Friedland, Stargarder Land und Seenlandschaft Waren. Mehr dazu finden Sie hier.

Maskenpflicht

Die Maskenpflicht wird auf öffentliche Plätze und belebte Straßen ausgeweitet und gilt im gesamten Bundesland. Somit müssen auch Landkreise mit niedrigeren Infektionszahlen mitziehen. Die zuständigen Behörden sollen die betroffenen Plätze bekannt geben. Die seit Monaten bestehende Maskenpflicht unter anderem in Nahverkehr und Einzelhandel bleibt nach wie vor bestehen.

Alkohol

Alkohol darf nicht mehr in der Öffentlichkeit ausgeschenkt werden. Damit sollen Menschenansammlungen – wie häufig etwa vor Glühweinständen – vermieden werden.

Ausgangssperren

Nächtliche Ausgangssperren sind grundsätzlich möglich, wenn eine Stadt oder Region 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche erreicht. Somit könnte es je nach Infektionsgeschehen auch unterschiedliche Regelungen innerhalb eines Landkreises geben.

Pflegeeinrichtungen

Bewohner von Pflegeeinrichtungen dürfen nur noch von jeweils einem Angehörigen am Tag besucht werden. Zudem wird es dort zur Unterbindung von Infektionsketten vermehrt Corona-Tests geben.

Einreise nach MV

Touristische Reisen nach Mecklenburg-Vorpommern sind weiterhin nicht erlaubt, egal ob für einen Tag oder mit Übernachtung. Allerdings: Treffen der sogenannten Kernfamilie sind hingegen mit einer Obergrenze von fünf Personen aus zwei Haushalten weiterhin über die Landesgrenze hinweg möglich. Zur Kernfamilie gehören Ehegatten, eingetragene Lebenspartner, Lebensgefährten, Kinder, Eltern, Geschwister, Enkel, Urenkel, Großeltern und Urgroßeltern.

Schwesig machte deutlich, dass sich Bürger, die nach Polen zum Einkaufen oder Tanken fahren, anschließend in Quarantäne begeben müssen. Der Grenzverkehr müsse begrenzt werden.

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Wer darf sich treffen?

Der Aufenthalt in der Öffentlichkeit ist vom 1. Dezember 2020 an nur noch mit den Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes gestattet. Dabei darf die Zahl von fünf Personen nicht überschritten werden. Dazugehörige Kinder bis 14 Jahre werden nicht mitgerechnet.

Diese Beschränkung gilt auch im privaten Bereich. Gruppenfeiern auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen sind generell verboten.

In der Öffent­lich­keit ist, wo immer möglich, ein Mindest­abstand von 1,5 Meter zu anderen Personen einzuhalten. Es wird empfohlen, eine Mund-Nase-Bedeckung (zum Beispiel Alltagsmaske, Schal, Tuch) zu tragen. Dies gilt nicht für Kinder bis zum Schuleintritt und Menschen, die wegen einer Behinderung keine Mund-Nase-Bedeckung tragen können.

So geht es weiter

Am kommenden Dienstag (15.12.) berät die Landesregierung in einem Corona-Gipfel über das weitere Vorgehen in der Pandemie. Daran nehmen wie gewohnt Vertreter von Kommunen, Gewerkschaften und Verbänden teil. Dann soll auch entschieden werden, ob sich über die Feiertage bis zu zehn Personen einer Familie aus zwei Haushalten treffen dürfen.

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