50.000 Euro Geldstrafe

Verteidiger holen für Ex-Awo-Chef Lohmann Deal vor Gericht raus

Der Prozess gegen die ehemaligen Awo-Manager Olijnyk und Lohmann geht in die entscheidende Phase. Eine Verurteilung der beiden Angeklagten rückt offenbar näher. Derweil konnte die Verteidigung einen Deal aushandeln.
Angeklagt vor dem Landgericht Schwerin: die beiden Ex-Awo-Manager Götz-Peter Lohmann (links) und Peter Olijnyk.
Angeklagt vor dem Landgericht Schwerin: die beiden Ex-Awo-Manager Götz-Peter Lohmann (links) und Peter Olijnyk. Andreas Becker
Schwerin

Die Ausgangslage ist auch nach sechs Verhandlungstagen vor dem Landgericht Schwerin klar: Die Staatsanwaltschaft Schwerin wirft dem Ex-Awo-Müritz-Kreisgeschäftsführer Peter Olijnyk und Ex-Awo-Müritz-Vorsitzender und Vize-Awo-Landeschef Götz-Peter Lohmann besonders schwere Untreue beziehungsweise Beihilfe zur Untreue vor.

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Der heute 72-jährige Olijnyk und der 78-jährige ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Lohmann sollen sich laut Anklage zwischen 2005 und 2016 gegenseitig überhöhte Einkommen zulasten der Awo verschafft haben. Die zwischen den beiden geschlossenen Verträge seien sittenwidrig und unter bewusster Umgehung der zuständigen Awo-Gremien geschlossen worden, so die Staatsanwaltschaft.

Anstellung in Reinigungsgesellschaft der Awo nur zum Schein?

Ein kleinerer Teil der Anklage wird jetzt aber gegen Zahlung einer Geldstrafe eingestellt. Dabei geht es um den Vorwurf, Lohmann sei über fast zehn Jahre mit einem Monatssalär von über 5000 Euro in einer Servicegesellschaft der Awo, bei der ansonsten lediglich Reinigungskräfte beschäftigt waren, als Diplom-Psychologe angestellt und bestens versorgt gewesen. Konkret geht es um die Frage, ob Lohmann in dieser Zeit überhaupt gearbeitet oder es sich lediglich um einen Scheinvertrag gehandelt habe, um den Ex-Abgeordneten finanziell abzusichern.

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Urteile in Awo-Affäre wohl Ende Mai/Anfang Juni

Die Verteidigung Lohmanns hatte vorgeschlagen, dass der Angeklagte 50.000 Euro zahlen würde, wenn der Vorwurf, dass es sich lediglich um einen Versorgungsposten ohne aktives Arbeiten gehandelt habe, fallen gelassen werden würde. Gericht und Staatsanwaltschaft stimmten dem Vorschlag am Donnerstag zu. Die Summe wird aus dem von der Staatsanwaltschaft arretierten Vermögen Lohmanns entnommen – im Gegenzug fließt der Rest des Vermögens zurück an Lohmann.

Die schwerwiegenden Vorwürfe der schweren Untreue beziehungsweise der Beihilfe der Untreue gegen Olijnyk und Lohmann bleiben aber weiter bestehen – ein Urteil könnte Ende Mai/Anfang Juni fallen.

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Kommentare (5)

Sondergleichen.

Es ist einfach nur Ekelhaft wenn eine Partei wie die SPD einen Wohlfahrtsverband kapert und ausnimmt um ihre Bonzen finanziell zu versorgen.Sind diese Herren eigendlich immernoch SPD Genossen?

Diese ,,Strafe / Deal,, spottet jeder Beschreibung - Vor dem Hintergrund der Tatsachen und eingesetzten Energie ist das politisch korrekter Freispruch!!!!!

Werden Staatsanwalt, Richter und die seinerzeit zuständige Sozialministerin nun angeklagt und verurteilt?

... aus den sittenwidrigen Verträgen erlangten finanziellen Vorteile müssten ebenfalls an die AWO zurück gezahlt werden.