:

Brutales Ende einer Geburtstagsfeier bleibt fast ungesühnt

Bernd Wüstneck/Symbolfoto

Am Ende fehlte es dem Richter in Neubrandenburg schlicht an Beweisen, denn die blutige Schlägerei in Krukow (Mecklenburgische Seenplatte) liegt mehr als vier Jahre zurück.

Der Prozess um einen Überfall auf eine Feier in Krukow (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) ist mit einer Verwarnung und fünf Freisprüchen zu Ende gegangen. Die Verwarnung wegen gefährlicher Körperverletzung erhielt ein 25-Jähriger, der bei dem Vorfall im Sommer 2011 der regionalen Rockerszene zugerechnet wurde. Er habe einen der Gäste mit einem Baseballschläger geschlagen, sagte Richter Henning Kolf bei der Urteilsverkündung am Landgericht Neubrandenburg am Mittwoch. Den anderen Angeklagten habe eine Beteiligung nicht zweifelsfrei bewiesen werden können.

Kolf kritisierte die Staatsanwaltschaft, weil zwischen Vorfall und Anklage rund drei Jahre vergangen seien. "Fast alle Zeugen hatten keine oder nur noch rudimentäre Erinnerungen an den Abend", sagte er.

"Kindergarten der Bandidos"

Der Gruppe war gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung vorgeworfen worden. Einer der Männer war bei der Feier, die rund 70 Gäste zählte, mit anderen in Streit geraten und hatte seine Bekannten als Verstärkung geholt. Diese Verstärkung kam mit mehreren Autos aus Neubrandenburg. Bei der Auseinandersetzung mit einem Baseballschläger und einem Regenschirm wurden zwei Gäste verletzt, einer war längere Zeit bewusstlos. Ein ehemaliger Rocker, der die Angeklagten zum Großteil kannte, hatte die Männer nachts nach dem Vorfall nach Hause geschickt. Er nannte die Gruppe vor Gericht "den Kindergarten der Bandidos."

"Der 25-Jährige wurde von zwei Zeuginnen erkannt, deshalb wurde er schuldig gesprochen", sagte Kolf. Da der Mann aber zur Tatzeit 21 Jahre alt war, sei er noch nach Jugendstrafrecht verurteilt worden. Er habe sich auch im Prozess eher noch wie ein Jugendlicher benommen. Der 25-Jährige hat keinen Berufsabschluss und war arbeitslos. Inzwischen ist er bei einem regionalen Fußballverein beschäftigt.

Unklar blieb im Prozess, wie viele Männer sich an der Schlägerei beteiligten und wer was getan hat. Mit dem Urteil folgte die Kammer den Verteidigern, die alle Freisprüche verlangt hatten. Nur im Fall des 25-Jährigen entsprach das Gericht der Forderung des Staatsanwaltes. Dieser hatte Bewährungsstrafen für die drei ältesten Angeklagten und zusätzlich gemeinnützige Arbeitsstunden für den 25-Jährigen verlangt, was das Gericht aber verneinte.