GETÖTETE SECHSJÄHRIGE

Viele Tränen bei Beerdigung von Leonie in Wolgast

Rosen schmückten den weißen Sarg, in dem die getötete Leonie (6) aus Torgelow am Samstag in Wolgast beerdigt wurde. Die Trauergäste ließen Luftballons in Herzform in den Himmel steigen.
dpa
Bestatter lassen den Sarg von Leonie ist Grab hinab.
Bestatter lassen den Sarg von Leonie ist Grab hinab. Stefan Sauer
An der Trauerfeier in der Halle auf dem Tannenkamp-Friedhof nahmen rund 80 Menschen teil.
An der Trauerfeier in der Halle auf dem Tannenkamp-Friedhof nahmen rund 80 Menschen teil. Tilo Wallrodt
Vor der Beisetzung von Leonie auf dem alten Friedhof ließen die Teilnehmer der Trauerfeier Luftballons emporsteigen.
Vor der Beisetzung von Leonie auf dem alten Friedhof ließen die Teilnehmer der Trauerfeier Luftballons emporsteigen. Tilo Wallrodt
Wolgast.

Unter großer Anteilnahme ist in Wolgast (Vorpommern-Greifswald) die vor drei Wochen getötete Leonie aus Torgelow beigesetzt worden. Rund 80 Trauergäste fanden bei der Trauerfeier am Samstag in einer größeren Halle am Tannenkamp-Friedhof Platz. Darunter auch Leonies leiblicher Vater, eine Tante und ihr Opa. Ihre Mutter war bei der Beerdigung nicht dabei.

Viele junge Familien waren gekommen, um ihre Betroffenheit über das Schicksal des Mädchens zu bekunden. Der weiße Sarg war mit Rosen geschmückt. Nach der öffentlichen Feier ließen die Trauergäste Luftballons in Herzform in den Himmel steigen.

Familie lebte in Wolgast

Danach wurde der Sarg des Kindes auf Wunsch der Familie auf dem etwa drei Kilometer entfernten alten Friedhof im Zentrum beigesetzt. Die Sechsjährige hatte mit ihrer Familie länger in Wolgast gelebt. Nachdem sich die Mutter und ihr leiblicher Vater getrennt hatten, war das Mädchen mit ihrem Bruder, der Mutter und dem Stiefvater Mitte 2018 nach Torgelow gezogen. Dort war es am 12. Januar in der Wohnung der Familie getötet worden.

Ermittlungen gegen Stiefvater und Mutter

Die Staatsanwaltschaft ermittelt in dem Zusammenhang gegen den 27 Jahre alten Stiefvater wegen des Verdachts des „Mordes durch Unterlassen”. Er soll das Kind misshandelt und keine Hilfe geholt haben, so dass es an seinen Verletzungen starb. Der Tatverdächtige David H. bestreitet das. Er gab laut Staatsanwaltschaft bisher an, dass das Mädchen eine Treppe hinuntergestürzt war und sich dabei tödlich verletzt habe.

Zwei Tage nach dem tödlichen Vorfall brachte das Jugendamt den Bruder der Getöteten beim leiblichen Vater unter. Die Mutter wurde mit ihrem Baby in eine Mutter-Kind-Einrichtung gebracht. Gegen sie wird wegen Verdachts der unterlassenen Hilfeleistung ermittelt.

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