FIRMENANSIEDLUNG IN SCHWERIN

Vogelschutz geht vor: Gericht stoppt Arbeiten

In Schwerin wollte sich eigentlich eine Medizintechnik-Firma aus der Schweiz ansiedeln. Doch auf dem Areal gibt es Feldlerchen und andere seltene Bodenbrüter. Das hat nun Folgen.
dpa
Die Feldlerche (Bild) soll auf dem Areal brüten, und ebenso seltene Braun- und Schwarzkehlchen.
Die Feldlerche (Bild) soll auf dem Areal brüten, und ebenso seltene Braun- und Schwarzkehlchen. Andreas Neuthe
Schwerin.

Umweltschützer haben mit richterlicher Hilfe in Schwerin die Vorbereitungen für den Ausbau des Industrieparks im Süden der Stadt vorübergehend gestoppt. Wie der Naturschutzbund (Nabu) am Dienstag mitteilte, untersagte das Verwaltungsgericht Schwerin die Arbeiten bis zum 31. Juli 2017, um seltenen Vogelarten eine ungestörte Brut zu ermöglichen. Der Nabu hatte den Baustopp verlangt, weil seiner Auffassung nach bei der vorsorglichen Munitionsberäumung auf dem früheren Militärgelände "Göhrener Tannen" Nester, Gelege und Jungvögel von Bodenbrütern vernichtet werden.

Schwerin prüft Beschwerde gegen die Entscheidung

Schwerins Wirtschaftsdezernent Bernd Nottebaum reagierte mit Unverständnis auf die Entscheidung der Richter. "Die Störung der Brutgelege findet nur auf fünf Prozent der im Industriepark vorhandenen Offenlandflächen statt. Auf 190 Hektar können die Vögel weiterhin ungestört brüten. Warum diese Argumente der Stadt nicht vor Gericht gehört wurden, ist unverständlich", erklärte Nottebaum.

Nach seinen Angaben wird eine Teilfläche des Industrieparks, in dem sich unter anderem schon Nestlé mit einem Kaffeekapsel-Werk niedergelassen hat, für das schweizerische Medizintechnik-Unternehmen Ypsomed vorbereitet. Die Firmengruppe wolle in Schwerin für 50 Millionen Euro eine Produktionsstätte für medizinische Geräte für Diabetiker errichten. Insgesamt 200 neue Arbeitsplätze würden damit geschaffen. Laut Nottebaum prüft die Stadt, ob sie Beschwerde gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts einlegt.

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Kommentare (1)

Die gleiche Konsequenz muss bei der Errichtung von Windparks gelten! Es dürfen nicht permanent Greifenhorste zerstört und fliegendes Getier geschreddert werden!