PFLEGEHEIME IN MECKLENBURG-VORPOMMERN

Von 44.000 Corona-Tests war nur einer positiv

Gesundheitsminister Harry Glawe wollte wissen, wie weit das Coronavirus schon in die Alten- und Pflegeheime in Mecklenburg-Vorpommern vorgedrungen ist und ließ Tausende Menschen testen. Nun ist zumindest ein Zwischenergebnis da.
dpa
In Alten- und Pflegeheime in Mecklenburg-Vorpommern wurden Tausende Menschen auf das Corona-Virus getestet. Nun ist ein Zwisch
In Alten- und Pflegeheime in Mecklenburg-Vorpommern wurden Tausende Menschen auf das Corona-Virus getestet. Nun ist ein Zwischenergebnis da. Jens Büttner
Schwerin.

Im Rahmen der landesweiten Untersuchungen auf das Coronavirus bei Bewohnern und Beschäftigten in Pflegeeinrichtungen sind bislang knapp 44.400 Abstrichtests erfolgt. Wie das Gesundheitsministerium berichtete, war davon nur ein Test positiv. Dabei handelt es sich nach dpa-Informationen um eine Mitarbeiterin in der Küche eines Pflegeheims im Kreis Ludwigslust-Parchim. Das Ergebnis zeige, dass die Hygienemaßnahmen in den Einrichtungen wirksam seien, teilte das Ministerium mit.

Die 3,5 Millionen Euro teure Testreihe soll noch bis Ende Juli fortgesetzt werden. Es gehe vor allem darum, insbesondere asymptomatische Erkrankte frühzeitig entdecken zu können, hieß es vom Ministerium. Nach dem Ausbruch des Coronavirus in einem Pflegeheim in Tutow waren mehrere Bewohner gestorben. Auch in anderen Pflegeheimen Mecklenburg-Vorpommerns hat es Fälle gegeben.

Unentdecktes Infektionsgeschehen früh erkennen

Wie Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) Anfang Mai zu Beginn der Testreihe sagte, sollten auf freiwilliger Basis rund 25.000 Menschen in den Einrichtungen und 15.000 Beschäftigte untersucht werden. „Durch die Tests kann ein mögliches, sonst unentdecktes Infektionsgeschehen frühzeitig erkannt und eingedämmt werden“, erklärte Glawe damals. Die Probanden sollten im Wochenrhythmus zweimalig getestet werden, um so eine Übersicht zum Infektionsstatus zu erhalten und positiv Getestete sofort zu isolieren.

Der Chef des Instituts für Medizinische Mikrobiologie an der Unimedizin Rostock, Andreas Podbielski, äußerte erneut Zweifel am Sinn der Testreihe. „Das Ergebnis spiegelt die allgemeine Virusausbreitung in der Bevölkerung wider“, sagte er. „Es gibt kaum Covid-19-Fälle in Mecklenburg-Vorpommern, warum soll es dann unter den Pflegebediensteten anders sein.“ Das Gleiche gelte für die Bewohner in den Heimen. Bei den weiter bestehenden Kontaktbeschränkungen und der strengen Kontrolle der Gesundheit der Pflegebediensteten könne es kaum zu einem Eintrag kommen. „Deshalb ist der Effekt in den Altenheimen gleich Null.“

Lesen Sie hier merh zum Coronavirus in Mecklenburg-Vorpommern.

Schon früh Kritik an der Testreihe

Es gebe keine wissenschaftlichen Erkenntnisse, die sich aus dem bisherigen Testergebnis ergeben. Podbielski verwies dabei auch auf aktuellen Erfahrungen aus der Uniklinik Rostock. Dort seien ebenfalls auf freiwilliger Basis Teile des Personals regelmäßig getestet worden. „Nachdem über einen längeren Zeitraum hinweg keine positives Ergebnis aufgetreten ist, haben wir nach mehr als 2000 Tests die Reihe eingestellt“, sagte Podbielski.

Schon Anfang Mai hatte es Kritik an der Testreihe gegeben, da die Abstrichtests immer nur eine Momentaufnahme darstellten. Selbst ein zu 100 Prozent negatives Ergebnis würde zu keiner Aufhebung der Kontaktbeschränkungen in den Heimen führen, hieß es damals.

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Kommentare (3)

...an jeder Straßenkreuzung eine offizielle Abstrichstelle existiert, wo jeder freiwillig Tests machen kann - und die Infiziertenzahlen entsprechend hoch sind, dödelt man in Deutschland um des Kaisers Bart herum. Das tödliche Corona ist nach Amerika weiter gezogen. Corona wird bleiben, wie jedes andere Virus auch. Es wird tödlich sein oder auch nicht. Alle Welt lobt Deutschland für die geringen Infiziertenzahlen. Wen wundert es, bei wenigen Tests, als Corona durch Deutschland zog.

Was würde es nützen, zig Millionen für Tests auszugeben. Man müßte ja jeden der 83 Mio ständig testen, das wäre gar nicht möglich. Und wenn es theoretisch möglich wäre, dann wüßten wir das z.B. 1 oder 2 Mio jemals infiziert waren. Nützt uns auch nichts, die Herdenimmunität ist auch dann noch Lichtjahre entfernt. Man sieht aber an den Todeszahlen pro 1 Mio Einwohner das Deutschland super gut durch die Corona-Krise gekommen ist. Dafür braucht man aber nicht mehr testen.

und 1 positiver sagt doch alles. Allerdings auch nicht so gutes. Nämlich was die Dunkelziffer angeht, die scheint ja niedriger zu sein als vermutet.