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Vorpommern-Greifswald verstärkt Kontrollen von Corona-Maßnahmen

Auch wenn die Zahlen zurückgehen, verschärfen die Behörden in Vorpommern-Greifswald den Kontrolldruck, was die Corona-Regeln angeht. Wer in Quarantäne ist, könnte Besuch vom Amt erhalten.
Landrat Michael Sack zu Menschen, die sich nicht an die Corona-Regeln halten: „Wir merken, dass das zunehmend ein Proble
Landrat Michael Sack zu Menschen, die sich nicht an die Corona-Regeln halten: „Wir merken, dass das zunehmend ein Problem wird – und darauf müssen wir mit zusätzlichen Kontrollen reagieren.“ Archivbild Stefan Sauer
Greifswald ·

Die Inzidenz im Landkreis Vorpommern-Greifswald lag zum Ende dieser Woche bei 121,8 (Stand: Donnerstag) – und ist damit weiterhin rückläufig. Noch vor Kurzem hatte der Wert in der Region, die sich landesweit zum Hotspot entwickelt hat, deutlich über 200 gelegen.

Dennoch haben die Behörden im Landkreis in dieser Woche den Kontrolldruck erheblich verstärkt, wie die Kreisverwaltung in Greifswald am Freitag mitteilte. „Zusätzlich zur Unterstützung durch Polizei und Bundespolizei sowie der Tätigkeit des Zentralen Ermittlungs- und Vollzugsdienstes des Landkreises (ZEV), werden seit dieser Woche auch die örtlich zuständigen Ordnungsämter stärker in diese gemeinsame Kontrolltätigkeit eingebunden“, teilte die Kreisverwaltung mit. Landrat Michael Sack (CDU) habe dazu ein entsprechendes Amtshilfeersuchen an die Ordnungsämter der Städte und Amtsverwaltungen gerichtet.

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Worauf müssen die Bürger sich einstellen?

Besonders in den Fokus der Kontrollen von Polizei und Ordnungsämtern rücken Menschen, die in Quarantäne sind – also alle Personen, die aus Polen oder anderen Staaten mit hoher Inzidenz (derzeit u.a. fast alle EU-Länder) in den Landkreis zurückgekehrt sind.

Diese Menschen müssen sich seit dieser Woche telefonisch beim Gesundheitsamt (Telefon 03834/8760-2300) melden und für 14 Tage in Quarantäne gehen. Während dieser Zeit können und sollen sie unangekündigten Kontrollbesuch vom Ordnungsamt erhalten, erklärte Vize-Landrat Dietger Wille (CDU) auf Nordkurier-Nachfrage. Würden sie nicht angetroffen, könne es teuer werden, so Wille. Die Bußgelder bewegten sich im Bereich von 500 bis 2500 Euro.

In die Kontroll-Aktionen sind nicht nur Mitarbeiter der Kreis-Verwaltung eingebunden, sondern auch Mitarbeiter der Ordnungsämter der 14 Städte und Ämter im Kreis. Auf diese Weise solle es täglich mehr als 100 zusätzliche Kontrollen geben, so die Kreisverwaltung.

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Strenge Maßnahmen bleiben – trotz sinkender Inzidenz

Aber nicht nur Menschen in Quarantäne seien von den zusätzlichen Kontrollen betroffen, so der Landkreis. Auch die Kontrolle von Tagestouristen, die derzeit auch aus den Nachbar-Landkreisen nicht nach Vorpommern-Greifswald kommen dürfen, solle nochmals verschärft werden. Auch die allgemeinen Vorschriften – keine Treffen mit mehreren Personen, Mundschutz-Pflicht beim Einkaufen etc. – würden zunehmend überprüft.

Landrat Michael Sack (CDU) sagte, man beobachte trotz insgesamt sehr hoher Disziplin der Bevölkerung, dass immer mehr Menschen sich nicht mehr an die Regeln hielten: „Wir merken, dass das zunehmend ein Problem wird – und darauf müssen wir mit zusätzlichen Kontrollen reagieren.“

Sack machte zugleich deutlich, dass die sinkende Inzidenz im Landkreis noch nicht sofort dazu führen werde, dass die strengen Maßnahmen, die derzeit in Vorpommern-Greifswald gelten, gelockert werden. Der Kreis müsse erst stabil unter der Schwelle von 150 Fällen je 100.000 Einwohnern in 7 Tagen liegen, ehe dies möglich sei, so Sack: „Sobald das der Fall ist, werden wir die Maßnahmen aber zurücknehmen, weil es dann keinen Grund mehr dafür gibt.“

„Diese Unterstützung zur Einhaltung der Quarantänevorschriften ist äußerst wichtig, um die Gesamtsituation in unserem Kreis weiter zu verbessern und die Zahlen von Infizierten dauerhaft zu senken. Daher gilt mein Dank den Kolleginnen und Kollegen der Ordnungsämter, die uns dabei helfen, im Kreis eine flächendeckende Kontrolle der Quarantänemaßnahmen zu gewährleisten“, sagte Landrat Michael Sack.

Die abgestimmte Zusammenarbeit von Polizei, Bundespolizei, Ordnungsämtern und des ZEV, so der Landrat, erlaube es, die Einreise in den Kreis und die Einhaltung von ausgesprochenen Quarantänemaßnahmen wirksam zu kontrollieren.

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Kommentare (4)

„Sobald das der Fall ist, werden wir die Maßnahmen aber zurücknehmen, weil es dann keinen Grund mehr dafür gibt.“

Niemand hat vor, die Maßnahmen auszubauen

Auf nicht's!
Außer das unsere Kinder/Schüler ab Montag frisch frisiert zum Einkaufen in den Garten-Baumarkt dürfen.

Danke

Bitte beendet doch mal ein Politiker diesen Schwachsinn die Schulen für einen Großteil der Schüler in M-V zu zulassen.
Laut LAGUS wurden von Beginn an nur 536 Coronafälle die im direkten oder indirekten Zusammenhang mit der Schulen stehen gemeldet. Das sind dann wahnwitzige 2,24% aller Fälle (23.937) in M-V.
Dafür die Schüler kein Präsenzunterricht zu geben ist echt krass und nicht nachvollziehbar.
Ich kann ja verstehen das es Lehrer gibt die Bedenken haben sich bei der Arbeit anzustecken. Diese könnten ja auch freigestellt werden und unterstützten Online. Ich glaube (ich weiß) das ein großer Teil der Lehrer gerne sofort wieder in der Schule vor den Schülern unterrichten möchte.
Also ab nächste Woche wieder für alle Schüler die Schule aufmachen.
Wer traut sich?
Und als Erinnerung es hieß, wenn von den Maßnahmen etwas zuerst geöffnet oder gelockert, dann sind es die Schulen. Nicht Garten-Baumarkt oder Frisör!
You remember Politiker (Politiker haben das Ziel, durch ihr Denken Probleme der Gesellschaft zu lösen (Wiki))

Politiker haben das Ziel, durch ihr Denken die Probleme der Gesellschaft zu lösen. Achso deswegen zeigen die immer mit dem Finger auf andere.